Technik-Zeitschrift
Deutsche Ausgabe des Kult-Magazins „Wired“ gestartet

Von Technologie bis Fetischismus: Der Start der deutschsprachigen Ausgabe des US-Magazins „Wired“ hat am Donnerstag reges Interesse in der interessierten Öffentlichkeit gefunden.
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BerlinDas breite Themenspektrum soll auch Leser ansprechen, die sich nicht den ganzen Tag im Internet aufhalten. Wie die deutsche „Wired“ nach der ersten Ausgabe mit einer Auflage von 160.000 Exemplaren weiter erscheinen wird, ist noch nicht entschieden.

Zur Premiere gab es - etwa auf der Kommunikationsplattform Twitter - auch Verwunderung und Kritik, weil das Heft am Kiosk zunächst nur zusammen mit dem Männermagazin „GQ“ verkauft wird, zu einem Preis von fünf Euro. Ein Twitterer empfahl: „Direkt die deutsche Wired-App kaufen. Dann braucht ihr die GQ nicht wegzuwerfen. Schont die Umwelt und spart Geld.“ Auf dem iPad kann das Magazin zum Preis von 2,99 Euro heruntergeladen werden - mit zusätzlichen Videos und der Möglichkeit, vorgestellte Geräte in einer 360 Grad-Ansicht zu betrachten.

Zielgruppe des im Condé-Nast-Verlag erscheinenden Magazins sind nicht nur die gern als Geeks, Freeks oder Nerds bezeichneten Computer- und Internet-Interessierten. So stellt das Heft auch einen Berliner Gin-Brenner und die Sängerin Björk vor. Schwerpunkt aber sind Themen, die auch die vielstimmige Netzgemeinde beschäftigen. Der Journalist Thomas Wiegold porträtiert einen Cyberwar-Experten. Der Blogger Richard Gutjahr beschreibt die innovative Aufbruchstimmung in Israel, der amerikanische Netzdenker Jeff Jarvis sieht im Erfinder des europäischen Buchdruckes, Johannes Gutenberg, den „Schutzpatron des Silicon Valley“. Chefredakteur und Ex-Handelsblatt-Journalist Thomas Knüwer analysiert die tiefere Bedeutung des „Geek“-Begriffs.

In den USA erscheint „Wired“ schon seit 1993, seit 1998 bei Condé Nast. In Deutschland erschien von 1995 bis 1997 im Ziff-Davis-Verlag die Zeitschrift „Pl net“ unter der redaktionellen Leitung von Giesbert Damaschke, die aktuelle, auch kulturelle Trends im Internet darstellte. Einen Schwerpunkt auf das Web-Design legte das Magazin „Internet Professional“, das 2007 eingestellt wurde. Ebenfalls eher technisch ausgerichtet ist das seit 1996 erscheinende „Internet Magazin“. Der Stern-Verlag brachte von 1997 bis 1999 das Magazin „Konr@d“ heraus, das den digitalen Lebensstil seiner Leser Ende der 1990-er Jahre begleiten wollte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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