Technische Geräte für Frauen
Jenseits von Rosa

Hersteller wollen technische Geräte für Frauen attraktiver machen. Die Farbe Pink spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Einfache Handhabung ist gefragt.

bn BERLIN. Der neue Mitbewohner von Christina D. ist kein Mann der großen Worte. Dass sich seine Freundin von ihm getrennt hatte, erzählte er erst Monate später. Und so war die Überraschung groß, als er eines Tages in die Gemeinschaftsküche stürmte und die Worte nur so aus ihm heraus sprudelten. „Ich habe eine neue Festplatte gekauft. Wollt ihr sie mal sehen?“ Die Freude war ihm deutlich anzusehen. Danach verschwand er tagelang im Zimmer, um das neue Teil zu installieren.

Das Glück, sich tagelang mit einem elektronischen Gerät zu beschäftigen, nur damit es funktioniert, können viele Frauen nicht nachvollziehen. Für Frauen muss ein Gerät einfach funktionieren. „Männer bleiben konsequent bei ihrer evolutionären Rolle als potenzprotzende Macher und werfen mit immer neuen Upgrades um sich“, sagte Diana Jaffé, Gender-Marketing-Expertin, der Financial Times Deutschland. Das aber gehe an den Bedürfnissen der Kundinnen vorbei. Um den Unterschieden gerecht zu werden, versuchen Unternehmen zunehmend, auch die weibliche Sicht der Dinge zu berücksichtigen.

Am ehesten erfülle beispielsweise der iPod von Apple die Frauensicht, sagt Jaffé. „Das Design ist ansprechend, die Farben sind attraktiv, die Features und Benutzerführung übersichtlich“. Im Gewicht und in der Benutzung seien iPods leicht und böten nicht die Wahl zwischen 50 Dolby-Sorten. Vielmehr funktionierten sie weiblich, intuitiv, verlässlich und simpel, so Jaffé. Dass Frauen lieber einfachere als komplexe Unterhaltungselektronik benutzen, habe natürlich nichts damit zu tun, dass sie dümmer seien als Männer, sondern: „Frauen beschränken sich auf das Wesentliche, weil sie wissen, dass sie nicht tausend Zusatzknöpfe brauchen“, sagt Jaffé.

Lieber ein Buch lesen

Das kann Nanca Duarte von der Agentur Duarte Design bestätigen. Obwohl sie eine Präsentationsfirma im Silicon Valley gegründet hat, ist sie nicht verrückt nach Gigabytes. „Ich trage keinen Gürtel mit elektronischen Geräten herum. Ich bin keine Blackberry-Person“, erzählte sie der „New York Times“. Ein Apple MacBook hat sie trotzdem und auch Spaß daran, Bilder und DVDs darauf zu bearbeiten. Sie liebe Technik aber nicht genug, um stundenlang mit einer Bedienungsanleitung zu verbringen.

Männer würden daraus aber eine große Befriedigung ziehen. „Ich lese lieber ein Buch.“ Wie sie denken viele Frauen, und dem tragen Unternehmen zunehmend Rechnung. Während sich vor ein paar Jahren die Feminisierung der Geräte darauf beschränkte, dass Hersteller sie in der Farbe Rosa herausbrachten, wird jetzt auch die Handhabung und das Design verändert. So will Sony beispielsweise ein Notebook herausbringen, bei dem es mehr Platz zwischen den Tasten gibt. Der Grund: Es soll das Tippen mit langen Fingernägeln einfacher machen.

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