Technische Schwierigkeiten bei der neuen Funktechnologie verzögern Gerätetests um ein halbes Jahr
Telekom-Branche wartet auf Wimax

Die Vorteile der drahtlosen Funktechnologie Wimax scheinen verlockend: Ländliche Regionen ließen sich mit breitbandigen Internet-Verbindungen versorgen, ohne teure neue Kabel zu ziehen.

HB HANNOVER. Die Konkurrenten der Deutschen Telekom könnten einfacher DSL-Angebote aufbauen und damit für Preisdruck sorgen. Doch im Moment sind viele dieser Vorteile noch bloße Versprechen, die Umsetzung der Technologie ist schwieriger als zunächst angenommen.

Dabei ist im vergangenen Jahr eine wahre Aufbruchstimmung entstanden: Das Wimax-Forum, ein Zusammenschluss von Technologieherstellern, das für die reibungslose Zusammenarbeit von Geräten und Netzinfrastruktur sorgen soll, hat regen Zulauf und konnte vor allem einige große Player gewinnen. An Bord sind unter anderem als Netzbetreiber AT&T, BT, die Deutsche Telekom, France Telecom und Qwest, als Endgerätehersteller Ericsson, Nokia, Motorola und Siemens. Zu den Vorstandsmitgliedern und lautstärksten Promotern der Technologie zählt Intel.

Der Chip-Primus hat einen ambitionierten Zeitplan vorgegeben: Dieses Jahr sollen erste Chips für Geräte vorliegen, 2006 die ersten Notebooks Wimax-Chips, 2007 Handys und PDAs. "Auf der Cebit werden wir erste Wimax-Produkte sehen", ist Herbert Weber, Europas Marketingchef bei Intel, sicher. Das werden allerdings keine Endkundenprodukte sein, sondern Basisstationen für Carrier. "Wimax wird damit aber noch kein Massenmarkt, größere Stückzahlen erwarten wir, wenn es wirklich mobile Services gibt", so Weber.

Hier ist im Moment der Wurm drin, denn der dazugehörige Standard verzögert sich um mindestens ein halbes Jahr. Anstatt wie vorgesehen im ersten Quartal 2005 können Gerätetests erst Ende des Jahres beginnen. "Wir haben stets gesagt, dass die bisherigen Zeitfenster zu klein sind. Der neue Fahrplan passt besser zur Produktverfügbarkeit und Marktentwicklung", sagt Leif Wallin, -Olof Senior Program Director der Meta Group. "Fehlende Chips von Intel scheinen eines der Probleme zu sein", so Caroline Gabriel im Branchendienst Wireless Watch von Rethink Research. Weber weist diese Schuldzuweisung zurück: An Intels Zeitplan habe sich nichts geändert: "Wir liefern derzeit Muster an Partner, die damit ihre Wimax-Geräte entwickeln."

Der Chiphersteller hat nämlich großes Interesse daran, dass der Zeitplan steht: Die Chips sollen schnell neuen Umsatz bringen. Die Netzbetreiber sind dagegen im Moment möglicherweise nur bedingt Wimax-Fans, sie wollen zunächst DSL als Internet-Zugang und UMTS als Mobiltechnologie verkaufen.

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