Technologiebranche erhofft Konjunkturimpuls
Gute Stimmung zur Cebit

In diesem Jahr scheint die weltgrößte Informations- und Kommunikationstechnik-Messe Cebit unter einem guten Stern zu stehen. Verbände erwarten für die Branche 2005 ein deutliches Wachstum. Nachfrageimpulse kommen dabei vor allem aus dem Mittelstand.

HB FRANKFURT. "Die Stimmung für die Branchen IT und Telekommunikation hat sich deutlich gebessert", sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). "Nach den schwachen Jahren 2001 und 2002 haben wir 2003 die Trendwende geschafft und 2004 wieder echtes Wachstum gesehen. 2005 wird sich das Wachstum beschleunigen und im nächsten Jahr stabilisieren." Bitkom erwartet bisher einen Umsatzanstieg von 3,4 % nach 2,5 % im Jahr 2004.

"Es läuft in allen Bereichen wieder gut. Nachfrageimpulse kommen insbesondere von mittelständischen Unternehmen", sagt Rohleder. "Mobile Anwendungen, Internet-Dienste, Software und IT-Services wachsen besonders stark. Aber das gilt nicht erst seit diesem Jahr." Auch das auf die beiden verwandten Branchen spezialisierte Beratungsunternehmen Detecon International erwartet Zuwächse, die nach seiner Schätzung sogar noch deutlicher ausfallen: "Die Branchen Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation werden sich in diesem Jahr weiter erholen und bis Ende 2005 um 4,1 % wachsen."

Auf dem Telekommunikationsmarkt erwarten die Experten die größten Wachstumsraten im Mobilfunk, wo sich in diesem Jahr zum ersten Mal spürbare Impulse durch UMTS bemerkbar machen sollten. Im Festnetz erwarten sie einen Rückgang, die Datendienste sollen jedoch zulegen - getrieben von der steigenden Zahl breitbandiger Internetanschlüsse, hier vor allem von DSL.

Die Breitband-Technologie, im Festnetz wie mobil, wird ein zentrales Thema der Cebit sein. "Beim mobilen Breitband spielt natürlich der neue Standard UMTS eine wichtige Rolle", sagt Rohleder. Trendthema werde das Telefonieren über Datennetze (Voice over IP) sein. Vorgestellt werden neueste Produkte und Ideen für den wachsenden Markt der Internet-Telefonie. Ein großes Thema ist auch das Zusammenwachsen der verschiedenen Technologien. Die Verschmelzung von Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik bringt immer neue Produkte und Anwendungen für die digitale Welt. Die Messe zeigt Produkte rund um das so genannte Home Entertainment und das künftige Leben im digitalen, vernetzten Haus.

"Ein zentrales Thema ist der öffentliche Sektor mit E-Government und E-Health", sagt der Bitkom-Geschäftsführer. Vorgestellt werden IT-Anwendungen für schnellere und Kosten sparende Arbeitsabläufe in Verwaltungen und in öffentlichen Institutionen. Besonders bei gesetzlichen Krankenversicherungen ist das auch ein Thema. Größtes Projekt ist die Einführung einer so genannten elektronischen Gesundheitskarte, auf der per Mikrochip Patientendaten gespeichert werden.

"Dauerthema ist die IT-Sicherheit, die mit der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen an Bedeutung gewinnt", sagt Rohleder. Und erstmals gibt es eine spezielle Präsentation zum Thema IT-Outsourcing - dem Auslagern von Geschäftsprozessen an externe Dienstleister, um Kosten zu sparen. "Bislang wurde das IT-Outsourcing überwiegend aus nationaler Perspektive betrachtet. Dieser Dienstleistungsmarkt internationalisiert sich nun. Damit zieht im deutschen Markt ein schärferer Wettbewerb ein, gleichzeitig öffnen sich deutschen Anbietern neue Chancen im Ausland", ist Rohleder überzeugt.

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