Technologien werden zunehmend erschwinglich
Auch Nahrungsmittel werden Teil der digitalen Versorgungskette

"Ein Lager ist nur eine Entschuldigung dafür, dass man nicht weiß, was man braucht", sagt Kevin Ashton, Direktor des Auto ID-Centers. Hinter der Forschungseinrichtung am Massachusetts Institute of Technology (MIT) stehen Sponsoren wie Gillette, Tesco, Metro, Wal-Mart, Unilever und Procter & Gamble, die von Ashtons Einrichtung großes Erwarten: Den Nachfolger der Barcode-Technologie.

RFID lautet das Kürzel, auf dem viele Hoffnungen ruhen. Die Technologie der Radio Frequency Identification ermöglicht die berührungslose Datenerfassung ohne Sichtkontakt. Inzwischen entwickeln eine ganze Reihe von Unternehmen und Instituten entsprechende Lösungen. Eine RFID-Marke besteht aus einem Chip und einer Antenne. Auf den Chips lassen sich bis zu 64 Kilobyte Informationen ablegen. So kann nicht nur die Warenkennnummer festgehalten werden, sondern auch das Herstellungsdatum, die Lagerzeiten in den verschiedenen Vertriebsstationen und der Zeitpunkt der Ankunft im Ladenregal.

Intelligente Paletten, wie sie unter anderem die Paul Craemer GmbH zusammen mit Schreiner Logidata entwickelt, funken von sich aus ihre Frachtinformationen an die IT-Systeme der Warenempfänger. Die Daten werden nicht mehr per Hand oder Scanner erfasst, sondern automatisch bei der Anlieferung ausgelesen. Diese Warenerfassung ist bis zu 40 Mal schneller als die von Barcodes. Forrester Research zufolge reduziert der britische Einzelhändler Marks & Spencer durch den Einsatz von RFID die durchschnittliche Zeit für das Abarbeiten einer Palette von 29 auf 5 Sekunden.

"Mit RFIDs ausgerüstete Verpackungen helfen Kosten sparen bei Ladevorgängen oder beim Dirigieren von Auslieferungsfahrzeugen", sagt Wolfgang Holley, Leiter des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising. Durch kommunikative Verpackungen soll sich aber nicht nur der Personalaufwand in der Lagerhaltung deutlich verringern: Jede einzelne Ware kann überall in der Versorgungskette geortet werden. Da ihr Weg nachverfolgt werden kann, sollen in Zukunft auch weniger Produkte in dunklen Kanälen verschwinden. Beispiel Gillette: Zwischen fünf und zwanzig Prozent aller Rasierklingen gehen beim Transport verloren oder werden gestohlen. Diese "Inventurlücken" will der Klingenhersteller jetzt mit Hilfe der Transponder schließen.

Die Kaufhof AG sammelt in zwei Filialen in Münster und Wesel RFID-Erfahrungen. Exakt nachfragegesteuerte Produktions- und Lagerprozesse sollen dafür sorgen, den Anteil ausverkaufter Regalware immer unter zwei Prozent zu halten. Auch beim Einzelhandelskonzern Karstadt-Quelle beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit RFID.

Einen Schritt weiter ist die Metro:

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