Telefonieren zum Spottpreis Was billige Mobilfunkverträge taugen

Irgendwo gibt es doch bestimmt einen Haken: Versteckte Gebühren? Schlechteres Netz? Mieser Service? Was hinter den Billig-Tarifen steckt.
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Wer einen Günstig-Tarif findet, der die eigenen Ansprüche abdeckt, kann Monat für Monat viel Geld sparen. Quelle: dpa
Telefonieren mit einem Günstig-Tarif

Wer einen Günstig-Tarif findet, der die eigenen Ansprüche abdeckt, kann Monat für Monat viel Geld sparen.

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BerlinIrgendwo gibt es doch bestimmt einen Haken: Versteckte Gebühren? Schlechteres Netz? Mieser Service? Solche Fragen stellt man sich, wenn man Angebote für besonders günstige Mobilfunkverträge sieht. Hier ein paar Erklärungen, wie solche Billig-Tarife zustande kommen.

Warum können manche Tarife so günstig sein?

In Deutschland gibt es drei Netzbetreiber: Telekom, Vodafone und Telefónica (O2-Netz). Anbieter von Günstig-Tarifen betreiben kein eigenes Netz, sondern kaufen bei einem der drei Unternehmen Kapazitäten zu günstigen Konditionen ein, um eigene Tarifpakete zu schnüren.

Wer ein solches Paket bucht, muss aber gegebenenfalls Abstriche machen, erklärt Thomas Michel vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de”: „Einige Services der Netzbetreiber stehen den Kunden der kleinen Anbieter nicht zur Verfügung.”

So hat das Smartphone länger Saft
Displaybeleuchtung einstellen
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Ein echter Energie-Fresser beim Smartphone ist das Display. Oft ist es heller eingestellt als nötig. Volle Helligkeit braucht man nur bei starker Lichteinstrahlung – beispielsweise, wenn die Sonne scheint. Das Display in den Einstellungen zu dimmen, kann sich erheblich auf die Akkuleistung auswirken. Viele Smartphones verfügen auch über einen Lichtsensor, der die Helligkeit nach Bedarf einstellt und so beim Stromsparen hilft.

Stromfresser Funk-Verbindungen
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Zu den Top-Stromfressern gehören außerdem die Funk-Verbindungen. Dazu gehört alles, womit das Gerät eine Verbindung zur Außenwelt aufnimmt. Der Mobilfunk wird in der Regel immer gebraucht. Anders sieht es beim WLAN aus. Ist es aktiviert, sucht es konstant nach bekannten Netzen. Unterwegs ist das nicht unbedingt sinnvoll und kostet viel Energie.

Bluetooth nur im Bedarfsfall
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Bluetooth wird nur selten dauerhaft benötigt und sollte daher nur bei Bedarf eingeschaltet werden. Auch GPS zehrt am Akku. Die Standortbestimmung ist sowieso nur für wenige Apps wirklich notwendig, etwa für die Navigation oder Lauf-Apps. Meist wird sie nur genutzt, um das Nutzerverhalten aufzuzeichnen - in den meisten Fällen kann sie also ohne Nachteile deaktiviert werden.

Abschalten der LTE-Verbindung
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Einen Trick für Nutzer, die einen Mobilfunkvertrag mit niedriger Datentransferrate haben: LTE-Funk verbraucht mehr Strom als 3G. Wer also eh nur 3G nutzt, kann LTE deaktivieren.

Apps als Stromfresser
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Wenn schon alles versucht wurde, der Ladestand aber dennoch weiter schmilzt, können Apps daran schuld sein, da einige von ihnen verschwenderisch programmiert sind. Sie belasten den Prozessor mit unnötigen Operationen im Hintergrund und bremsen damit die Performance das Handys aus. Darunter leidet auch der Akku.

Stromintensive Apps deaktivieren
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Die Stromsünder lassen sich über die Einstellungen aber leicht ausfindig machen. Unter Batterie oder Akku werden die Apps nach ihrem Stromverbrauch aufgelistet – auch danach, wie viel Strom sie im Hintergrund verbrauchen. Fällt eine App aus der Reihe und hat einen immensen Verbrauch, sollte die deaktiviert oder deinstalliert werden. In den Einstellungen zur Datennutzung lässt sich auch für einzelne Apps die Abfrage von Hintergrunddaten beschränken. Das kann den Akku und zusätzlich das Datenvolumen schonen.

Das richtige Ladeverhalten
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Auch das Ladeverhalten spielt eine wichtige Rolle für Lebenszeit und Leistung des Akku. Für die älteren Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) galt noch die Faustregel: Immer vollständig auf- und entladen, um den Memory-Effekt zu verhindern, der den Akku von Mal zu Mal schwächer werden ließ. Bei modernen Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) und deren Nachfolger Lithium-Polymer-Akkus (Li-Po) gibt es keinen Memory-Effekt gibt. Hier empfiehlt es sich sogar, den Akku schon vor dem roten Bereich zu laden und auch vor dem Erreichen der 100-Prozent-Marke vom Ladegerät zu trennen.

Sind die Netze für Kunden der Billiganbieter schlechter?

Pauschal schlechter sind die Netze für sie nicht - die Netzabdeckung bleibt schließlich die gleiche. Allerdings gibt es Unterschiede im Zugang zu den LTE-Netzen: Während in den O2-Netzen der Telefónica alle gleichberechtigt sind, haben Kunden von Billiganbietern in den Netzen von Telekom und Vodafone je nach Anbieter und Tarif keinen Zugang zum LTE-Netz und können unter Umständen nur das bei der Datenübertragung etwas langsamere UMTS-Netz nutzen.

Allerdings muss „nur” UMTS nicht zwingend schlecht sein. Denn im Ausbau der Netze kann es zwischen UMTS und LTE, zwischen Stadt und Land und natürlich zwischen den Netzbetreibern große Unterschiede geben. Oliver Griess von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät deshalb: „Bevor man einen Mobilfunkvertrag abschließt, sollte man schauen, welches Netz der Anbieter nutzt und wie die Netzabdeckung ist.” Das geht zum Beispiel online auf den Seiten der Netzbetreiber.

Ist der Kundendienst schlechter?

In diesem Punkt unterscheiden sich Billiganbieter vor allem in einem Punkt von Netzbetreibern: Sie haben keine Ladengeschäfte, sondern vertreiben ihre Tarife in aller Regel nur online - was mit ein Grund für die niedrigen Preise ist. Grundsätzlich ist der Service aber stark anbieterabhängig.

„Natürlich haben die Netzbetreiber einen Premium-Anspruch”, meint Daniel Pöhler vom Verbraucherportal „Finanztip.de”. Dazu gehöre auch ein guter Service. Trotzdem gebe es auch prominente Beispiele für schlechten Kundendienst bei den Netzbetreibern. Deshalb sei für schlechten Service nicht zwangsläufig ein günstiger Preis ursächlich.

Gibt es versteckte Kosten?

„So leidlich es ist: Bevor man einen Mobilfunkvertrag abschließt, sollte man das Kleingedruckte lesen”, sagt Oliver Griess. Denn für Anrufe aus Deutschland ins Ausland könnten unter Umständen hohe Gebühren anfallen - grundsätzlich bei allen Tarifmodellen.

Eine Spezialität der Billigtarife ist dagegen die sogenannte Datenautomatik bei Datenflatrates. Bei aufgebrauchtem Highspeed-Volumen wird nicht einfach die Surfgeschwindigkeit reduziert, sondern automatisch neues Highspeed-Volumen hinzugebucht. Das sind aber meist nur geringe Datenmengen für relativ viel Geld.

Daniel Pöhler rät von Verträgen mit nicht abschaltbarer Datenautomatik ab. „Das Nutzungsverhalten von Smartphone-Usern ändert sich heutzutage rasant”, erklärt er. Deshalb könnten viele Nutzer nur schwer abschätzen, ob das monatliche Datenvolumen ihres Vertrags über die ganze Vertragslaufzeit ausreiche.

Was ist bei der Kündigungsfrist zu beachten?

Die maximale Mindestlaufzeit, die vertraglich festgelegt werden darf, beträgt für Mobilfunkverträge 24 Monate. Die Kündigungsfrist darf höchstens 3 Monate betragen. Aber es gibt auch viele Tarife mit kürzeren Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen.

Im Nachteil sind Kunden damit nicht, meint Pöhler: „Im Gegenteil: Bei kurzen Kündigungsfristen kann man schnell wechseln, wenn der Tarif einem nicht mehr passt.” Dass umgekehrt dem Kunden vom Anbieter gekündigt wird, komme so gut wie gar nicht vor.

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