Telekom-Drosselung „Wer jetzt in die Hände klatscht, ist ein Vollidiot“

Die Deutsche Telekom hat wegen eines neuen Datentarifs einen Sturm der Entrüstung geerntet. Jetzt rudert der Konzern teilweise zurück – und erfährt auch nur teilweise Anerkennung. Wie das Netz reagiert.
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Die Telekomkabel sollen nun doch etwas weniger eng sein für diejenigen, die ihr gebuchtes Datenvolumen überschreiten. Quelle: dpa

Die Telekomkabel sollen nun doch etwas weniger eng sein für diejenigen, die ihr gebuchtes Datenvolumen überschreiten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWer sagt, dass einmal gefällte Entscheidungen für immer Gültigkeit haben müssen? Die Deutsche Telekom jedenfalls scheint kein Verfechter von in Stein gemeißelten Entschlüssen zu sein. Als Reaktion „auf die Sorge von Kunden“, so der Bonner Konzern, wird die geplante Drosselung von Volumentarifen weniger drastisch ausfallen, als bisher bekannt. Statt mit nur 384 Kilobit pro Sekunde sollen Nutzer, die ihr gebuchtes Tarifvolumen überschreiten, ab 2016 auf zwei Megabit pro Sekunde heruntergeregelt werden. Das gilt für künftige Verträge – und rückwirkend auch für Abschlüsse ab dem 2. Mai.

Die Netzgemeinde, die in den vergangenen Wochen und Monaten zum Protest- und Spottsturm gegen die zur „Drosselkom“ umgetaufte Telekom geblasen hatte, könnte nun eigentlich jubeln. Schließlich hat ihr anhaltender Widerstand offenbar zum Einlenken eines internationalen Telekommunikations-Konzerns geführt. Doch die Reaktionen sind gemischt. „Ok 2mbit/s hört sich besser an als Schneckentempo 384kbit/s“, schreibt etwa Sven Schröder auf der Facebook-Seite der Deutschen Telekom.

Andreas Ländle sieht in dem Vorstoß nur einen Versuch, dem Wiederstand der Bundesnetzagentur zu entgehen: „Mit den 2 Mbit/s rechnet man wohl mit besseren Chancen bei der Bundesnetzagentur und dem Verbraucherschutz. Für die Kunden wurde dieser Schritt wohl sicher nicht gemacht“, schreibt er.

Im Nachrichtendienst Twitter flattern neue Nachrichten unter den Hashtags #Telekom und #Drosselkom im Sekundentakt ein. Vieles davon ist Spott, etwa der Tweet von Thomas H.

Mancher sieht auch einen Vorteil: Denn längst nicht jeder Telekomkunde kann sich über zwei Megabit Bandbreite freuen.

Die Telekom habe das Problem schlichtweg nicht verstanden, twittert „Daniel“Und auch André Vatter meint angesichts der Telekommitteilung, dass aus 384 kbit/s jetzt zwei Mbit/s werden: „Wer jetzt in die Hände klatscht, ist ein Vollidiot.

Das Problem ist die Aushöhlung der Netzneutralität
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11 Kommentare zu "Telekom-Drosselung: „Wer jetzt in die Hände klatscht, ist ein Vollidiot“"

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  • Meine freiheit ist mir wichtig.

    http://www.youtube.com/watch?v=8GJeLW7Bh7E

    schade das sich kaum jemand dafür interessiert....fußball, topmodel und dsds sind ja wichtiger als die freiheit..

  • Die Telekom hat 17 Mio. Breitbandkunden. 3% dieser Breitbandkunden gelten als Powernutzer, daher sollen diese 10 bis 20 Euro mehr für eine "richtige" Flatrate zahlen, da sonst die Preise für Alle steigen müssten. Wenn man nun einfach die 20 Euro, die die Powernutzer zusätzlich für eine Flatrate zahlen sollen auf alle Nutzer verteilt, käme man auf einen Betrag von sage und schreibe 60 Cent der von jedem Nutzer zusätzlich gezahlt werden müsste. Das kann ja nun wirklich kein Argument sein um die Flatrates abzuschaffen oder?

  • Ganz nebenbei mit 2 Mbit kann mich niemand schocken, bekomme hier auf dem Land max. 3 MBIT. Frage mich nur wo die Telekom investiert, außer in Großstädten. Hier "verhungern" die Kunden....

  • Für konzerneigene Dienste zahlt man doch eh extra - Entertain kostet schon immer zusätzlich zur DSL-Leitung, dazu noch die Kosten für Mietgeräte.

  • Ich bin Unternehmer und sehe es Wie MarionW. Als Poweruser sollte manbauch mehr zahlen, wenn das den Ausbau vorantreibt. Allerdings darf nicht die Netzneutralität gefährdet werden.

  • @ MarioW.

    Es geht doch gar nicht um die Drosselung an sich - es geht um die "Bevormundung" durch Bevorzugung eigener oder verkaufter Inhalte. Würde gesetzlich festgelegt werden, das entweder alles oder nichts gedrosselt werden muss, dann würde die Telekom ganz schnell zurückrudern, weil es auch ihre eigenen Inhalte betreffen würde. Hier geht es nur um Geldmacherei ;-)

    @ Normalnutzer
    Ja, 2 Mbit sind IM MOMENT sicherlich schnell genug - aber wie sieht die Zukunft aus? die Inhalte werden doch immer größer. Die Zeiten, wo eine Webseite nur 200 kb an Größe hatte, sind lange vorbei. Die Technik schreitet voran und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern - im Gegenteil, es wird immer schneller gehen. Der Internetverkehr ist die Zukunft. Man hat heutzutage ja schon Schwierigkeiten bei asynchronen Anschlüssen, da die Uploadgeschwindigkeit weit unter der Downloadgeschwindigkeit liegt ect.
    Und dann - erst einmal damit angefangen, wird es schnell zu einem "Machtinstument" für die Netzbetreiber. Man kann damit die Nutzer sehr schön "erpressen", oder? Zahle, oder du bekommst nur noch das zu sehen, was ich als Anbieter dir vorgebe! Oder anders herum - Zahle, sonst schalte ich deine Webseiten bei meinen Anschlüssen aus. Würde dir das gefallen als Nutzer oder Inhalteanbieter? Ich finde, das ist moderne "Wegelagerei"!

  • Liebe Telekom

    Es ist ja nicht so, als das ich diesen Vorstoß nicht zu scätzen wüsste. Es ändert nur nichts am Grundproblem des 2 Klassen-Netzes. Solange sich Konzerne "freikaufen" können und die kleinen Content-Lieferanten ausgebremst werden, ist es völlig egal wie sehr ausgebremst wird. Wenn Drosselung, dann auch für die konzern eigenen Dienste. Gleiches Recht für alle Nutzer im Netz. So einfach ist das!

  • @MarioW. und Normalnutzer
    Das kann doch nicht euer Ernst sein? Das ist doch nur ein Weg für Telekom zusätzliches Geld aus der Luft zu machen. Wer noch bei Telekom bleibt ist einfach nur dämlich...

  • "Strafen wir die Telekom ab, in dem wir auf alle Produkte des Konzerns verzichten und Verträge kündigen."

    Ja, dann mach das doch einfach und such dir einen anderen Anbieter. Oder zahl einfach die 10-20 Euro mehr für eine unbegrenzte flatrate.

    Für den Normalnutzer sollte das Inclusivvolumen vollkommen ausreichen. Wer mehr braucht, soll halt mehr dafür zahlen. Die angeblich sterbende Netzneutralität ist doch nur ein vorgeschobenes Argument derer, die eine Mehrleistung in Anspruch nehmen wollen, ohne den entsprechenden Mehrpreis dafür zu zahlen.

  • 2Mbit ist nicht wirklich eine Drosselung für "freies" Internet bremst aber die Power-User bzw. Gewerbetreibende welche mit einem Privaten DSL ihre Geschäfte tätigen. all dies subventionieren wir mit!!!!

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