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Telekom greift zu Billigangeboten

Der wachsende Druck der Wettbewerber zwingt die Deutsche Telekom zu Billigangeboten. Die Internet-Tochter T-Online wird verstärkt auf Internet-Telefonie setzen und damit dem Festnetz- Geschäft im eigenen Hause Konkurrenz machen.

dpa BONN. Der wachsende Druck der Wettbewerber zwingt die Deutsche Telekom zu Billigangeboten. Die Internet-Tochter T-Online wird verstärkt auf Internet-Telefonie setzen und damit dem Festnetz- Geschäft im eigenen Hause Konkurrenz machen. Der Mobilfunkarm T- Mobile startet als Reaktion auf die Preisoffensive anderer Anbieter einen Billigtarif, der nur über das Internet vermarktet wird.

Bei der Internet-Telefonie (Voice-over-IP/Voip) können DSL-Kunden künftig zwischen 120 und 400 Freiminuten innerhalb des deutschen Festnetzes bekommen, teilte Europas größter Internetanbieter T-Online am Montag mit. Jede weitere Minute kostet 2,9 Cent. T-Online hatte bereits auf der Computermesse Cebit im März eine eigene Software für Internet-Telefonie vorgestellt.

Die Nachfrage blieb in Deutschland allerdings gering, da die Kunden keine eigene Telefonnummer hatten. Dies werde nun anders, kündigte der Sprecher an. Die Telekom-Tochter reagiert auf Angebote von Konkurrenten wie United Internet und freenet. Nach Ansicht von Experten wird vor allem die Telekom- Festnetzsparte T-Com durch eine Ausbreitung der Internet-Telefonie Umsatzausfälle verbuchen.

In dem Billigtarif des deutschen Marktführers T-Mobile soll die Minute netzintern 15 Cent kosten. Für Telefonate in das Festnetz oder in andere Mobilfunknetze müssen die Kunden 30 Cent je Minute zahlen. Mit dem Tarif reagiert T-Mobile auf seinen Konkurrenten E-Plus, der mit Base und Simyo bereits zwei Billigmarken auf dem Markt hat.

T-Online-Chef Beaujean äußerte sich zugleich enttäuscht über den Verlauf des DSL-Neukundengeschäfts im abgelaufenen Quartal. „Mit der Entwicklung der Neukunden im zweiten Quartal sind wir nicht zufrieden“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe). Der Manager hatte kürzlich bereits eingeräumt, der Vorjahreswert von 181 000 DSL- Neukunden könnte nicht erreicht werden. Konkurrent United Internet könnte damit erstmals bei den Neukunden an T-Online vorbeiziehen. Ein United Internet-Sprecher wollte dies nicht kommentieren und verwies auf frühere Aussagen, wonach das Unternehmen mit seinen Marken 1 & 1 und GMX im zweiten Quartal „deutlich“ mehr als 150 000 DSL-Neukunden gewonnen habe.

T-Online hat daher seine Preise kräftig gesenkt, um das Geschäft anzukurbeln. So wurde der Preis für den günstigsten DSL-Pauschaltarif auf fünf Euro reduziert. T-Online will mindestens 50 Prozent des Neukundengeschäfts auf sich ziehen. T-Online rechnet mit weiteren Preisrückgängen. „Der Preiskampf ist alles andere als vorbei“, sagte Beaujean.

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