Telekom weitet Angebot aus
Internet-Fernsehen 2.0 soll's richten

Mit einem verbilligten und erweiterten Komplettangebot will die Deutsche Telekom neue Kunden gewinnen und ihr Festnetzgeschäft stabilisieren. Der Bonner Konzern spricht vom "Startschuss für ein neues Fernsehzeitalter". Bisher ist das sogenannte "Triple Play" aus Telefonieren, Surfen und Internet-Fernsehen (IP-TV) aber wenig erfolgreich.

HB BERLIN. "Internet-TV ist nun marktreif, daher bringen wir es nun an den Markt", sagte Vorstandschef René Obermann am Mittwoch vor Eröffnung der Internationalen Funkausstellung Ifa in Berlin. Er bekräftigte das Ziel von 100 000 bis 200 000 TV-Kunden bis zum Jahresende. Um das Internet-Fernsehen schneller populär zu machen, soll das bisher nur über das VDSL-Netz verfügbare TV-Angebot künftig auch über ein aufgerüstetes DSL-Netz (ADSL2+) übertragen werden. Die Reichweite steigt damit deutlich. Das überarbeitete Angebot namens "Entertain" sei "das beste Telekommunikationsprodukt, das Sie derzeit in Deutschland kaufen können", versprach Festnetzvorstand Timotheus Höttges in Berlin.

Das Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL deckt 27 Städte ab, mit dem aufgerüsteten DSL-Netz kommen weitere 750 Städte hinzu. VDSL ist mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde um 25 Mal schneller ist als ein einfacher Breitbandanschluss, ADSL2+-Leitungen kommen immerhin auf bis zu 16 Megabit. "Bis Ende 2007 können über 17 Mill. Haushalte unser Highspeed-Netz nutzen", erklärte Höttges weiter. Derzeit seien es 15 Millionen. Mit IP-TV können die Nutzer beispielsweise zeitversetzt fernsehen oder ihre Lieblingssendung aufnehmen. Sie haben Zugriff auf bis zu 145 TV-Sender, in der Online-Videothek stehen rund 2 000 Titel per Video on Demand zur Verfügung.

Obermann stellte zudem neue Bündeltarife (Telefon, Internet, Medieninhalte) vor. In der Basisversion kostet "Triple Play" bei der Telekom jetzt knapp 60 Euro im Monat. Für VDSL muss der Nutzer noch einmal 10 Euro mehr zahlen. Das vergleichbare alte Angebot, das auf der Ifa 2006 präsentiert worden war, hatte bei rund 81 Euro gelegen. Für die Komfortversion - sie bietet neuerdings auch einen Pauschaltarif für das Surfen in so genannten WLAN-Hotspots - berechnet der Konzern knapp 75 Euro, wiederum zuzüglich 10 Euro für Übertragungen via VDSL. Hier hatte der Vergleichspreis bei etwa 91 Euro gelegen. Neukunden, die das neue Entertain-Angebot bis 31. Oktober buchen, erhalten die ersten drei Monate das Fußball-Bundesliga-Angebot umsonst, die ersten 20 000 Kunden einen Gutschein, der dazu berechtigt, die gesamte Bundesliga-Saison kostenlos zu sehen.

Im Mobilfunk setzt der Konzern auf den Trend zur Personalisierung und bringt seinen in den USA erfolgreichen Tarif "MyFaves" jetzt nach Deutschland und Europa. Dabei bekommen die Nutzer für ihre fünf Lieblingsnummern einen besonders günstigen Tarif. In den USA machen rund 2,5 Mill. Kunden davon Gebrauch.

Festnetz-Chef Höttges beteuerte, die Bündelangebote seien wichtig, "um die Umsätze zu sichern". Die Telekom verzeichnet infolge des harten Wettbewerbs in Deutschland massive Rückgänge - so wechselten alleine im vergangenen Jahr über zwei Mill. Festnetzkunden zu Konkurrenz. Die neuen Angebote würden daher helfen, "den Heimatstandort nachhaltig zu sichern", sagte Höttges.

Hohe Triple-Play-Erwartungen hatte die Telekom bereits zur Ifa vor einem Jahr geäußert, als sie das wesentlich teurere Vorläuferangebot präsentierte. Bislang hat sie jedoch nach eigenen Angaben nur eine fünfstellige Zahl von Nutzern erreicht. Ursprünglich hatte der Bonner Konzern dann schon eine Million "Triple-Play"-Kunden haben wollen. Höttges sagte aber, letzten Endes werde das Web-Fernsehen einen Millionenmarkt schaffen.

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