Telekommunikation
Beim Glasfasernetz kein Freibrief für die Telekom

Beim geplanten Aufbau des Glasfasernetzes erhält die Deutsche Telekom keinen Freibrief für die Schaffung eines neuen Monopols.

dpa BONN. Beim geplanten Aufbau des Glasfasernetzes erhält die Deutsche Telekom keinen Freibrief für die Schaffung eines neuen Monopols.

Mit der Brüsseler EU-Kommission verständigte sich die Bundesnetzagentur (Bnetza) darauf, nur dann auf eine Regulierung zu verzichten, wenn die innovativen Dienste ausschließlich über das superschnelle Hochgeschwindigkeitsnetz Vdsl angeboten werden können. Das sagte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, am Donnerstag in Bonn bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts 2004/2 005. Zu solchen Produkten könnte etwa das hochauflösende Fernsehen gehören.

Einen Wettbewerbsschutz werde es aber nicht geben, wenn das neue Vdsl-Netz nur ein Ersatz für die heutige Breitbandtechnik Adsl sei. Die EU-Kommission habe sich nach der Klarstellung mit der Fassung der Bnetza einverstanden erklärt und werde ihren Brief mit den geäußerten Zweifeln an der deutschen Position zurückziehen, sagte Kurth weiter. Mit dieser Verständigung seien alle Pläne der Telekom gestorben, ein neues Monopol aufzubauen, hieß es aus der Brüsseler EU-Kommission.

Vor einigen Wochen hatte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke angekündigt, mit Investitionen von drei Mrd. Euro bis Mitte 2007 in 50 deutschen Großstädten Glasfasernetze zu verlegen und den Endkunden neue triple-play-Dienste (Telefonie, Internet, Unterhaltung) anzubieten. Bis zur Fußball-WM im kommenden Jahr sollen bereits zehn deutsche Städte angebunden sein. Eine Voraussetzung hierzu sei aber, dass der regulatorische Rahmen stimme und die Telekom für eine begrenzte Zeit Pioniergewinne abschöpfen könne.

Dabei setzt der Konzern auf politischen Flankenschutz. So soll nach einer Koalitionsvereinbarung das Telekommunikationsgesetz (TKG) entsprechend ergänzt werden. Davor warnen allerdings nicht nur die Wettbewerbshüter in Brüssel, sondern auch die Monopolkommission. Bei Änderungen wie einem Ausschluss von Regulierung auf neuen Märkten, würde sich die Frage der Vereinbarkeit mit dem europäischen Telekommunikationsrecht stellen, erklärte der Vorsitzende des Gremiums Jürgen Basedow.

Unterdessen weht der Telekom der Wind der Konkurrenz immer schärfer ins Gesicht. Bei der Sprachtelefonie und im Datengeschäft jagen die Wettbewerber dem Marktführer immer mehr Marktanteile ab. So wird deren Anteil bei Fernverbindungen 2005 nach Berechnungen der Bnetza erstmals die Schwelle von 50 Prozent überschreiten. Im Ortsnetz kommen die Wettbewerber inzwischen auf 37 Prozent. Wegen geringer Preismargen liegen die Umsatzanteile allerdings noch etwas darunter.

Bei den Teilnehmeranschlüssen habe sich die Zahl der Vermietungen drastisch nach oben entwickelt. Mehr als drei Mill. Leitungen dürften nach Einschätzung von Kurth bis Ende 2005 von Wettbewerbern genutzt werden, vor allem für Angebote im Breitbandgeschäft. Dort kommen die Konkurrenten der Telekom inzwischen auf fast vier Mill. von insgesamt gut zehn Mill. DSL-Anschlüssen. Binnen eines Jahres habe sich der Marktanteil verdoppelt. Insgesamt wird zum Jahresende jeder vierte Haushalt in Deutschland über einen DSL-Anschluss verfügen, betonte Kurth.

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