Telekommunikation
Branche erwartet Preisrutsch für Handy-Auslandsgespräche

Deutsche Urlauber und Geschäftsreisende dürfen sich nach Einschätzung des Branchenverbandes Vatm schon bald auf günstigere Handygespräche innerhalb der Europäischen Union freuen.

dpa KöLN. Deutsche Urlauber und Geschäftsreisende dürfen sich nach Einschätzung des Branchenverbandes Vatm schon bald auf günstigere Handygespräche innerhalb der Europäischen Union freuen.

Sollte der Vorschlag der EU-Kommission umgesetzt werden, würden durchschnittliche Minutenpreise von einem Euro und mehr bald der Vergangenheit angehören, sagte Vatm-Geschäftsführer Jürgen Grützner am Donnerstag in Köln. Somit „erlebt der Kunde im Ausland mit seinem Handy künftig keine bösen Überraschungen mehr.“

Dabei erwartet der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten, dass sich die Preise für Mobilfunk-Gespräche im Ausland um mehr als die Hälfte reduzieren werden. Der EU-Kommission sind die überteuerten Telefonate seit langem ein Dorn im Auge. Dabei stehen die Betreiber vor allem wegen ihrer hohen Preise für das Weiterleiten der Mobilfunkgespräche in die Netze am Pranger. Deshalb will Brüssel die Mobilfunkbranche stärker regulieren.

Nach Angaben der Brüsseler Kommissarin Viviane Reding kassieren die Betreiber von zirka 110 Mill. Geschäftskunden und 37 Mill. Touristen allein für das Roaming im Jahr fünf Mrd. Euro. Ziel ist es, diese Extra-Erlöse auf Null zu reduzieren und Preise für Handygespräche auf das nationale Niveau abzusenken.

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag hat sich jetzt auch die Bundesregierung auf die Seite der Brüsseler Behörde geschlagen. Sie verlangt sogar eine Verschärfung der geplanten EU-Verordnung gegen überhöhte Mobilfunktarife im Ausland. Dagegen wehren sich vor allem Betreiber aus Urlaubsländern wie Spanien und Italien.

„Wir gehen davon aus, dass der Druck auf die Unternehmen weiter anhält“, sagte der Vatm-Geschäftsführer. Auf diesem Wege könnten dann doch noch vertragliche Regelungen über kostenorientierte und damit deutliche niedriger Vorleistungspreise in letzter Minute eine Regulierung überflüssig machen. Sollten sich die Unternehmen aber nicht einigen, „werden wir um ein Eingreifen der EU nicht mehr herumkommen“.

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