Telekommunikation: Deutsche Mobilfunkpreise fallen 2007 weiter

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Deutsche Mobilfunkpreise fallen 2007 weiter

Mobilfunk-Kunden in Deutschland können sich auf weiterhin fallende Preise einstellen. Der nach Umsatz viertgrößte deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus mit seinen Billigmarken will die Konkurrenz weiter unter Druck setzen.

dpa BARCELONA. Mobilfunk-Kunden in Deutschland können sich auf weiterhin fallende Preise einstellen. Der nach Umsatz viertgrößte deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus mit seinen Billigmarken will die Konkurrenz weiter unter Druck setzen.

Auch T-Mobile-Chef Hamid Akhavan geht von einem Preisrückgang aus und will eine Größenordnung von bis zu einem Fünftel nicht ausschließen. Die Telekom-Tochter will mit einem Fokus auf Datendienste gegensteuern.

Die KPN-Tochter E-Plus, die mit der Billigmarke Simyo Mitte 2005 den Preiskampf angeheizt hat, setzt dagegen weiter auf niedrige Tarife. „Wir wollen Kunden vom Wettbewerb gewinnen und mehr Verkehr aus dem Festnetz auf unser Netz lotsen“, sagte der neue E-Plus-Chef Thorsten Dirks am Mittwoch auf der Branchenmesse 3gsm in Barcelona der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Seit dem Simyo-Start sind die durchschnittlichen Handy-Tarife um rund ein Fünftel gefallen, Ende vergangenen Jahres brachte E-Plus den Preis bis auf zehn Cent pro Minute runter. „Der Trend wird in diesem Jahr anhalten“, betonte Dirks.

Sein Unternehmen wolle 2007 wie schon im vergangenen Jahr seinen Umsatz um zehn Prozent steigern, sagte Dirks. Wachstumstreiber für E-Plus werde der Bereich Sprache bleiben - Datendienste würden erst in einigen Jahren wesentlich zum Ergebnis beitragen. Im Visier hat Dirks vor allem die Festnetzanbieter. „Der Anteil vom Mobilfunk am Gesamtmarkt wird sich innerhalb von zwei Jahren auf über 30 Prozent erhöhen“, prognostizierte Dirks. Derzeit liefen 18 Prozent aller Telefongespräche über Mobilfunk, der Rest über das Festnetz. „Unser Ziel ist es, den Kunden die Angst vor dem Mobiltelefonieren zu nehmen.“ Außerdem signalisierte Dirks Interesse an einer Übernahme des österreichischen Wettbewerbers One mit etwa zwei Mill. Netzkunden.

Neben dem deutlichen Umsatzplus, mit dem sich E-Plus im vierten Quartal von den Marktführern T-Mobile und Vodafone D2 absetzte, verbuchte das Unternehmen eine deutliche Verbesserung der Rentabilität. Die operative Marge erhöhte sich zuletzt auf 31 Prozent. Möglich wurde das vor allem durch deutliche Kosteneinsparungen, die auch den Abbau von Arbeitsplätzen umfassten. Dirks will Kosten nun weiter senken. „Nach der IT und den Callcentern lagern wir nun auch die Netze aus“, sagte er. Bei E-Plus würden die Planung der Netze und der IT sowie Marketing, Service und Verwaltung verbleiben.

Im Mittelpunkt der diesjährigen 3gsm stehen der Ausbau von Datendiensten in gesättigten westlichen Märkten und das explosionsartige Wachstum des Mobilfunks in Schwellenländern, in denen eher günstige Handys und Dienste gefragt sind. Gerätehersteller und Mobilfunkbetreiber stellen sich auf diese beiden Trends ein. Analysten des Marktforschungsunternehmens IDC rechnen damit, dass schnelle mobile Dienste auf UMTS-Basis, in die die Netzbetreiber Mrd. investiert haben, in diesem Jahr den Durchbruch zum Massenmarkt schaffen werden. Der Hype der vergangenen Jahre beginne sich zu erfüllen, sagte IDC-Analyst Geoff Blaber in Barcelona. Ein weiterer wichtiger Trend seien Navigationsdienste auf dem Handy.

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