Telekommunikation
freenet und mobilcom von Wettbewerb und blockierter Fusion belastet

Der Konkurrenzdruck im DSL-Geschäft drückt die Gewinne bei freenet.de und dem Mutterkonzern mobilcom. Der mobilcom- Überschuss sank im zweiten Quartal um 21,7 Prozent auf 19,8 Mill. Euro und der Umsatz ging von 509,6 Mill. auf 495,3 Mill. Euro zurück.

dpa HAMBURG. Der Konkurrenzdruck im DSL-Geschäft drückt die Gewinne bei freenet.de und dem Mutterkonzern mobilcom. Der mobilcom- Überschuss sank im zweiten Quartal um 21,7 Prozent auf 19,8 Mill. Euro und der Umsatz ging von 509,6 Mill. auf 495,3 Mill. Euro zurück.

Die Unternehmen sehen sich auch durch die Hängepartie um ihre geplante Verschmelzung belastet. „Um dem harten Wettbewerb entgegenzuwirken, der auf die Margen drückt, brauchen wir die Fusion“, sagte der Chef von mobilcom und freenet, Eckhard Spoerr, am Dienstag in Hamburg der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Er lehnt eine lange juristische Auseinandersetzung mit den Gegnern der Verschmelzung ab und will Klarheit noch in diesem Jahr.

„Wir werden mit Sicherheit eine Entscheidung dazu in diesem Jahr treffen“, sagte Spoerr. Gegen die Fusion ist eine Reihe von Klagen eingereicht worden, die Spoerr außergerichtlich beilegen will. Dem Vernehmen nach gibt es bei den Klägern eine breite Basis für eine gütliche Einigung, allerdings sei noch die Zustimmung einiger Kläger sowie des mobilcom-Aufsichtsrats nötig, hieß es in Kreisen. Sollten sich die Auseinandersetzungen in die Länge ziehen, wurde eine Absage der Verschmelzung nicht ausgeschlossen. Durch die Fusion wollen mobilcom und freenet stärker vom Zusammenwachsen des Mobilfunk- und Festnetzmarkts profitieren.

Der mobilcom-Konzern, in dessen Bilanz die Zahlen der Tochter freenet einfließen, verbuchte im zweiten Quartal beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) einen Rückgang von 51,7 Mill. auf 41,5 Mill. Euro. freenet, an der mobilcom mit 50,4 Prozent beteiligt ist, verzeichnete beim Ebitda einen Einbruch von knapp 50 Prozent auf 20 Mill. Euro. Der Wettbewerb auf dem DSL- Markt habe zu höheren Marketing- und Vertriebsausgaben geführt, sagte Spoerr. Belastend hätte sich zudem die Fußball-WM im Juni ausgewirkt, die eine geringere Internetnutzung nach sich zog. Die Zahl der DSL- Kunden erhöhte sich um 55 000 auf 830 000, womit freenet hinter der Entwicklung des ersten Quartals zurückblieb.

Spoerr will künftig wieder stärker im DSL-Geschäft zulegen: Das Ziel sei, die Lücke zu United Internet zu schließen. Der größere Wettbewerber rechnet 2006 mit 500 000 neuen DSL-Nutzern. mobilcom/freenet müsse stärker im Vertrieb werden, nach der Fusion sei dies besser möglich, sagte Spoerr.

Während die Ausgaben für das DSL-Geschäft stiegen, drosselte mobilcom die Aufwendungen für den Mobilfunkbereich. Dies schlug sich in einem leichten Zuwachs beim operativen Ergebnis nieder. Die Zahl der Kunden sackte im zweiten Quartal um rund 30 000 auf 4,97 Mill. ab, wobei die Zahl der profitablen Vertragskunden zulegte. Für das Gesamtjahr peile mobilcom weiter über fünf Mill. Handy- Kunden an, sagte Spoerr. Mit einer Prognose für das laufende Geschäftsjahr hielt er sich wegen der blockierten Verschmelzung zurück.

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