Telekommunikation
Infineon streicht nach Benq-Mobile-Pleite 400 Stellen

Der Chipkonzern Infineon streicht wegen hoher Umsatzausfälle durch die Pleite seines Kunden Benq Mobile 400 Arbeitsplätze. Die Hälfte davon treffe die deutschen Standorte München, Salzgitter und Nürnberg, teilte die Infineon Technologies AG am Mittwoch in München mit.

dpa MüNCHEN. Der Chipkonzern Infineon streicht wegen hoher Umsatzausfälle durch die Pleite seines Kunden Benq Mobile 400 Arbeitsplätze. Die Hälfte davon treffe die deutschen Standorte München, Salzgitter und Nürnberg, teilte die Infineon Technologies AG am Mittwoch in München mit.

„Das ist nicht erfreulich, aber erforderlich, um unseren Mobilfunkbereich zu sichern“, sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart. Seit dem Insolvenzantrag habe der Handy-Hersteller Benq Mobile keine Bestellungen mehr bei Infineon aufgegeben. Dadurch erwartet Infineon für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzausfall von 150 Mill. Euro.

Die betroffenen Mitarbeiter in den deutschen Werken sollen nach Möglichkeit in anderen Bereichen untergebracht werden, sagte Ziebart. Die Kosten für diese Umstrukturierungen bezifferte er auf rund 30 Mill. Euro. Dadurch werde die Gewinnschwelle in dem Bereich erst Ende nächsten Jahres - und damit deutlich später als geplant - erreicht werden.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2006 (30. September) erwartet der Konzern Belastungen von 80 Mill. Euro durch die Benq-Mobile- Pleite. Benq Mobile - die einstige Siemens-Handysparte - hatte vor wenigen Wochen Insolvenz beantragt und den Abbau von 1900 Arbeitsplätzen angekündigt.

„Die Benq-Insolvenz hat uns zu einem ungünstigen Zeitpunkt getroffen“, sagte Ziebart. Der Mobilfunkbereich von Infineon hatte bereits in den vergangenen Quartalen unter dem Niedergang des früheren Siemens-Handygeschäfts gelitten, da die Umsätze mit dem einst wichtigen Kunden wegbröckelten. Die beiden Unternehmen waren besonders eng verzahnt, weil auch Infineon früher zu Siemens gehörte. Auch zahlreiche Arbeitsplätze fielen dieser Entwicklung zum Opfer. Der Abbau sei aber weitgehend geräuschlos abgelaufen, da sozialverträgliche Lösungen gefunden worden seien.

Insgesamt beschäftigt Infineon rund 36 400 Mitarbeiter, davon etwa 16 000 in Deutschland. Wie viele Stellen an den einzelnen Standorten gestrichen werden sollen, ließ der Konzern offen. Zunächst müsse mit Betriebsrat und Gewerkschaft verhandelt werden.

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