Telekommunikation
Mindestens 1 000 Benq-Beschäftigte müssen gehen

Die rund 3 000 Beschäftigten des insolventen Handy- Herstellers Benq Mobile müssen weiter um ihre Jobs bangen.

dpa MüNCHEN. Die rund 3 000 Beschäftigten des insolventen Handy- Herstellers Benq Mobile müssen weiter um ihre Jobs bangen. Bei einer Mitarbeiterversammlung kündigten der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager und Vertreter der Agentur für Arbeit am Donnerstag in München einen Stellenabbau an, nannten aber noch keine konkreten Zahlen.

Eine Sprecherin Pragers erklärte allerdings: „Es wird mehr als 1 000 Beschäftigte treffen, das ist klar.“ Nähere Einzelheiten seien voraussichtlich erst ab Ende kommender Woche zu erwarten.

Am Nachmittag kam Prager zudem mit Vertretern der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern, von Siemens sowie von der Bundesagentur für Arbeit und der IG Metall zusammen, um über eine mögliche Auffanggesellschaft zu beraten. Wie die Landesregierungen danach mitteilten, haben Bayern und Nordrhein-Westfalen die Beteiligten zu einem Spitzengespräch am 20. Oktober in München eingeladen.

Neben dem Stellenabbau ging es bei der Mitarbeiterversammlung auch um Fragen zu Insolvenzgeld und Versicherungen. Außerdem sei klar gemacht worden, dass Benq Mobile künftig nur noch auf dem europäischen Markt agieren werde, sagte die Betriebsratsvorsitzende Susanne Kahlweg der dpa. „Wir sind kein globales Unternehmen mehr.“

Per Videoschaltung waren auch Beschäftigte der beiden Werke in Kamp-Lintfort und Bocholt in Nordrhein-Westfalen zugeschaltet. Die deutsche Tochter des taiwanesischen Elektrokonzerns Benq hatte vor etwa zwei Wochen Insolvenzantrag gestellt. Benq hatte vor etwa einem Jahr die Handy-Sparte von Siemens übernommen. Viele der Teilnehmer zeigten sich von der Veranstaltung enttäuscht. Kahlweg erklärte, sie hätte sich mehr konkrete Angaben gewünscht. „Es wurde hauptsächlich dargestellt, dass das Unternehmen verschlankt wird und für einen Teil ein Investor gesucht wird.“

Siemens hatte die Gründung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft für entlassene Mitarbeiter angeregt. Der Konzern wäre dabei grundsätzlich bereit, das Geld aus seinem 35- Millionen-Euro-Härtefonds dafür zur Verfügung zu stellen. Eine solche Auffanggesellschaft müsste unter dem Dach der insolventen Benq Mobile Gmbh & Co. OHG eingerichtet werden.

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