Telekommunikation
Netzagentur will sanfte Regulierung des Mobilfunkmarktes

Die Bundesnetzagentur hat sich im Streit um die Entgelte für Telefonate ins Handy-Netz für eine brancheninterne Lösung ausgesprochen.

dpa BONN. Die Bundesnetzagentur hat sich im Streit um die Entgelte für Telefonate ins Handy-Netz für eine brancheninterne Lösung ausgesprochen.

„Sollten alle vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber eine Einigung mit den Festnetzanbietern erreichen, die den besseren EU-Verglichswerten entsprechen, dann könnte die Bundesnetzagentur sich mit einer nachträglichen Preiskontrolle begnügen“, sagte Behördenschef Matthias Kurth der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag auf der Handelsblatt- Tagung „Telekommarkt 2006“ in Bonn. Er öffnete damit die Tür für E- Plus, doch noch einer Einigung mit den anderen Gesellschaften zuzustimmen.

Bislang erhalten O2 und E-Plus für Telefonate in ihre Netze 1,4 Cent mehr als T-Mobile und Vodafone D2. E-Plus fordert indes eine höhere Differenz, da die Kosten für den Netzbetrieb nach Angaben der KPN-Tochter bei den kleineren Anbietern höher liegen als bei T-Mobile und Vodafone. Die anderen drei Anbieter weisen dies zurück. Die Netzagentur wird den Mobilfunkmarkt auf jeden Fall kontrollieren, allerdings bevorzugt Kurth eine nachträgliche Preiskontrolle und keine von seiner Behörde festgelegte Entgelte.

Die Netzagentur will nun in einem Regulierungsverfahren die Kostenstruktur für den Netzbetrieb ermitteln und dann die Preise festlegen. Die Entgelte für Telefonate in das Handy-Netz liegen derzeit bei elf bis 12,4 Cent pro Minute und machen damit einen Großteil der Mobilfunkpreise für Endkunden aus. Nach einer Absenkung der Tarife könnten die Handy-Gebühren deutlich sinken. Kurth machte deutlich, dass die Terminierungsentgelte weiter sinken müssen.

Kurth schätzt die Chancen für eine brancheninterne Lösung alledings als gering ein: „Es ist im Moment nicht sehr wahrscheinlich, dass wir noch eine Einigung sehen werden.“ Zumindest gebe es keine Signale, dass es da noch einmal Bewegung gebe. Die Netzagentur will daher noch im Juni ihren Regulierungsvorschlag an die EU-Kommission schicken und voraussichtlich im August mit dem Entgeltverfahren - also der Ermittlung der Gebühren ­ beginnen.

Im Streit um den Zugang zum neuen Glasfasernetz der Deutschen Telekom forderte Kurth die Unternehmen auf, aufeinander zuzugehen. „Ich habe allen Beteiligten gesagt, dass ich verlässliche Rahmenbedingungen will. Das geht am besten im Dialog.“ Konkurrenten der Telekom bemängeln, dass der Bonner Konzern ihnen keinen Zugang zu dem neuen extrem schnellen Internet-Netz gewähren wolle. Derzeit wird geprüft, ob dies über eine Regulierung erreicht werden soll.

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