Telekommunikation
Nokia übernimmt alle Symbian-Anteile

Nokia will den britischen Software- Anbieter Symbian komplett übernehmen und dessen Handy-Betriebssystem Symbian OS mit mehreren großen Partnern zu einer offenen und konkurrenzfähigen Plattform ausbauen.

dpa HELSINKI/LONDON. Nokia will den britischen Software- Anbieter Symbian komplett übernehmen und dessen Handy-Betriebssystem Symbian OS mit mehreren großen Partnern zu einer offenen und konkurrenzfähigen Plattform ausbauen.

Der finnische Handyhersteller verfügt bereits über 48 Prozent an Symbian. Als ersten Schritt kauft Nokia für insgesamt 264 Mill. Euro den bisherigen Miteigentümern die noch ausstehenden Aktien ab, teilte Nokia am Dienstag mit. Anschließend soll Symbian in eine gemeinsame Stiftung der Partner eingebracht werden.

Zusagen für den Verkauf habe Nokia bereits von Sony Ericsson, LM Ericsson, Panasonic und Siemens erhalten, teilte das Unternehmen mit. Man gehe davon aus, dass auch Samsung das Angebot akzeptieren werde. "Durch diese Übernahme und die Einrichtung der Sybian Foundation wird die unbestritten attraktivste Plattform für mobile Innovationen entstehen", sagte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo in einer Stellungnahme.

Das Symbian OS gilt mit einer Abdeckung von weltweit zwei Drittel als meistgenutztes Betriebssystem für Smartphone-Handys. Allein im ersten Quartal dieses Jahres seien 18,5 Mill. Handys mit Symbian- Software verkauft worden. In jüngster Zeit formierte sich in dem schnell wachsenden Marktsegment allerdings immer mehr Konkurrenz. Unter anderem brachte Apple sein iphone mit einer Version des hauseigenen Betriebssystems OS X auf den Markt, Microsoft legt mit der Verbreitung seines Windows Mobile zu und der E-Mail-Dienst Blackberry von Research In Motion (RIM) gewinnt immer mehr Kunden. Zum Jahreswechsel sollen zudem erste Handys des von Google initiierten offenen Betriebssystems Android erscheinen.

Unter dem Dach von Symbian hatten sich vor zehn Jahren führende Handy-Hersteller zusammen getan, um eine einheitliche, offene Betriebssystems-Plattform zu entwickeln. Inzwischen unterscheiden sich die von Nokia oder Sony Ericsson genutzten Plattformen jedoch deutlich, weshalb Software-Hersteller ihre Anwendungen mit viel Aufwand immer stärker an die jeweiligen Plattformen anpassen müssen.

Die geplante Akquisition soll im vierten Quartal 2008 abgeschlossen sein. Nach der Übernahme der Anteile will Nokia Symbian in eine Stiftung umwandeln, die zusammen mit mehreren Handyherstellern sowie Mobilfunk-Anbietern betrieben werden soll. Beteiligt daran sind nach Angaben von Nokia auch Samsung, LG Electronics, die Telekom-Konzerne AT & T und Vodafone sowie die Handy- Zulieferer Texas Instruments und Stmicroelectronics. Die gemeinsame Softwareplattform soll den Mitgliedern der Stiftung kostenlos zur Verfügung stehen und weiter entwickelt werden können.

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