Telekommunikation
Telefónica will mittelfristig Kontrolle über Telecom Italia

Der Chef des spanischen Telekomkonzerns Telefónica, Cesar Alierta, strebt einem Bericht zufolge mittelfristig die Mehrheit bei Telecom Italia an. Der derzeit zur Debatte stehende Kauf eines 18-Prozent-Anteils am größten Telekomkonzern Italiens sei nur der erste Schritt für weitere Aktienkäufe.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der Chef des spanischen Telekomkonzerns Telefónica, Cesar Alierta, strebt einem Bericht zufolge mittelfristig die Mehrheit bei Telecom Italia an. Der derzeit zur Debatte stehende Kauf eines 18-Prozent-Anteils am größten Telekomkonzern Italiens sei nur der erste Schritt für weitere Aktienkäufe.

An deren Ende solle die Kontrolle über Telecom Italia stehen, berichtete die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Das Konglomerat würde die Deutsche Telekom als Europas größten integrierten Telefonkonzern ablösen.

Einem Bericht der italienischen Tageszeitung „Il Sole 24 Ore“ zufolge bieten die Spanier der italienischen Pirelli zwei Mrd. Euro für einen 30-Prozent-Anteil an der Holding Olimpia, die wiederum 18 Prozent an Telecom Italia hält. Pirelli hält derzeit 80 Prozent an Olimpia. Diese Offerte bewerte Telecom Italia mit 3,0 Euro je Aktie. Die Telecom-Italia-Aktie stieg bis zum frühen Nachmittag um 2,21 Prozent auf 2,41 Euro. In Madrid verloren Telefónica-Titel 0,18 Prozent auf 17,02 Euro.

An einem Einstieg bei Olimpia sei auch ein nicht genanntes italienisches Konsortium interessiert, berichtet das italienische Blatt weiter. Es biete etwa 2,6 bis 2,7 Euro je Telecom-Italia-Aktie. Zu den Interessenten könnten außerdem France Telecom, die schwedische Teliasonera, die indische Hinduja-Gruppe und die russische Sistema zählen.

Eine Telefónica-Sprecherin sagte auf Anfrage: „Einen weiteren Kommentar zu diesem Thema geben wir nicht ab. Wir haben bereits gesagt, dass wir mit Pirelli sprechen.“ Analysten sagten, Telefónica könnte aus dem geplanten Verkauf seines 75-Prozent-Anteils an der niederländischen TV-Produktionsfirma Endemol etwa zwei Mrd. Euro erlösen und dieses Geld dann in den Erwerb einer Beteiligung an Olimpia stecken.

Wie die „Wirtschaftswoche“ weiter meldet, haben die Spanier schon kurz vor der Übernahme des britischen Mobilfunkers O2 Ende 2005 mit Telecom Italia Mobile verhandelt. Damals habe sich Telefónica allerdings weder finanziell noch personell zugetraut, zwei Großakquisitionen gleichzeitig zu stemmen. Mit der jetzt möglichen Minderheitsbeteiligung nehme Telefónica-Chef Alierta die damals ad acta gelegten Übernahmepläne wieder auf. Positiv wäre der Einstieg für das deutsche DSL-Geschäft des Telefónica-Ablegers O2, hieß es. Denn die Telecom-Italia-Tochter Hansenet verfüge mit der Marke Alice über 800 000 Kunden und sei Nummer drei auf dem hiesigen DSL-Markt.

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