Telekommunikation
Telekom-Chef fordert Lockerung der Regulierungspolitik

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat erneut zu einer Lockerung der Regulierungspolitik aufgerufen. Ohne ein Umdenken werde Deutschland im Breitbandmarkt den Anschluss an die Zukunft verlieren, sagte der Telekom-Chef am Donnerstag auf dem Internationalen Pressekolloquium in Berlin.

dpa BERLIN. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat erneut zu einer Lockerung der Regulierungspolitik aufgerufen. Ohne ein Umdenken werde Deutschland im Breitbandmarkt den Anschluss an die Zukunft verlieren, sagte der Telekom-Chef am Donnerstag auf dem Internationalen Pressekolloquium in Berlin.

Die Telekom will mit Investitionen von drei Mrd. Euro bis 2007 in 50 deutschen Städten ein so genanntes Vdsl-Netz mit Übertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde aufbauen und dafür zeitlich befristet Pioniergewinne abschöpfen dürfen.

Bis zum Beginn der Fußball-WM in Deutschland im Juni sollen bereits zehn deutsche Städte angeschlossen werden. Von der gesamten Investitionssumme wurden hierfür 500 Mill. Euro frei gegeben. Im Vertrauen auf entsprechende politische Rahmenbedingungen sollen die Städte ans Netz gehen und im weiteren Jahresverlauf entsprechende Dienste angeboten werden, betonte Ricke. Damit wolle die Telekom zeigen, welche neuen Möglichkeiten das Netz hat.

Derzeit ist die Lockerung der staatlichen Aufsicht über den Branchenprimus im Zusammenhang des Glasfaserausbaus heftig umstritten. Wettbewerber und die Brüsseler EU-Kommission haben mehrfach ihre Bedenken geäußert und betrachten den das Vdsl-Netz nicht als einen neuen Markt. Unterdessen hat die Bundesregierung vor wenigen Tagen einen Gesetzentwurf zu einer Änderung des Telekommunikationsgesetzes vorgelegt, der dem rosa Riesen eine Abschwächung der Regulierung in Aussicht stellt. Die Vorlage war von den Wettbewerber heftig kritisiert worden und von einem einseitigen Investitionsschutz für die Telekom gesprochen.

„Wir wollen nicht reguliert werden“, sagte Ricke weiter. Das heiße aber nicht Monopol, sondern freier Wettbewerb, sei es zwischen den Infrastrukturen oder auf dem Telekom-Netz. Die geplanten Investitionen würden nicht nur Stellen bei der Telekom schaffen, sondern auch in deutlichem Maße bei den Zulieferern. Die Telekom müsse darauf achten, unterstrich der Konzernchef, dass sich die Investitionen in das Glasfasernetz amortisierten. Ricke: „Dabei geht es nicht um Monopolgewinne - es geht darum, dass wir in einem neuen Markt unser Schicksal selbst bestimmen wollen“.

Der Telekom-Chef räumte ein, dass vor allem in Brüssel noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sei. „Es muss uns jetzt gelingen, den Rückenwind, den wir haben, umzusetzen in Klarheit“. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sein ein Schritt in die richtige Richtung. Es müsse aber konkretisiert werden, wie ein neuer Markt definiert werden.

Nach weiteren Angaben von T-Com-Chef Walter Raizner werden in den zehn ersten Städten rund 4 000 Kilometer Glasfaser verlegt und 17 000 Kabelverzweiger aufgebaut. Insgesamt umfasst die neue Infrastruktur 18 000 Kilometer Glasfaserkabel und 74 000 neue Kabelverzweiger. Das neue Glasfasernetz ist nach seinen Worten „das ambitionierteste Projekt, dass die Telekom jemals durchgeführt hat und „der Schlüssel zu einer ganz neuen Welt der Telekommunikation“. Zu den neuen Produkten und Dienste gehörten unter anderem Unterhaltungsangebote wie hochauflösendes Fernsehen (Hdtv), dreidimensionale Videos und Filme sowie E-Working, E-Learning und E-Health.

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