Telekommunikation: Telekom-Chef stößt mit Rotstiftplänen auf Widerstand

Telekommunikation
Telekom-Chef stößt mit Rotstiftplänen auf Widerstand

Vorstandschef René Obermann stößt mit seinen Rotstiftplänen bei den Personalkosten der Deutschen Telekom auf Widerstand der Gewerkschaft.

dpa BERLIN/BONN. Vorstandschef René Obermann stößt mit seinen Rotstiftplänen bei den Personalkosten der Deutschen Telekom auf Widerstand der Gewerkschaft.

„Das Unternehmen braucht eine plausible Marktstrategie anstelle des dicken Rotstifts, um die Personalkosten zu drücken“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder am Montag in Berlin. Damit wandte sich Schröder umgehend gegen die Ankündigungen Obermanns, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen nicht über 2008 hinaus garantieren zu wollen und massiv den Rotstift bei Personalkosten anzusetzen.

Es sei nicht zu übersehen, dass der Vorstand daran arbeiten müsse, die Konzernumsätze zu steigern. Dazu brauche er aber motivierte Beschäftigte und guten Service. „Nur wer einen sicheren Arbeitsplatz hat, ist bereit, die notwendigen Umbrüche innerhalb des Konzerns mitzugestalten“, betonte Schröder. Er warnte Obermann davor, über die Absenkung der Ausbildungsvergütung für bestimmte Berufsgruppen zumeist weibliche Auszubildende zu diskriminieren. „Das sind Pläne, die nicht in die Zeit passen. Frauen müssen für ihre Arbeit genauso gut bezahlt werden wie ihre männlichen Kollegen“, unterstrich er.

Das Unternehmen mache zwar alles, um Beschäftigung zu sichern, „eine Garantie dafür kann ich aber nicht geben“, sagte Obermann dem Bonner „General-Anzeiger“ (Montagausgabe). „Wettbewerber erbringen heute die gleichen Dienstleistungen wie wir zum halben Preis. Wie soll das denn gutgehen?“ Darüber werde der Bonner Konzern jetzt mit den Gewerkschaften verhandeln. „Unsere Kosten pro Arbeitsstunde liegen dramatisch über dem Wettbewerb und müssen reduziert werden. Daran führt kein Weg vorbei.“ Das bedeute für die Beschäftigten, „auch mehr zu arbeiten und auf Besitzstände zu verzichten“.

Die Deutsche Telekom hatte vor gut einer Woche eine Gewinnwarnung abgegeben. Für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) korrigierte der Vorstand seine Prognosen für 2007 auf 19 Mrd. Euro nach unten. Das sind 0,7 Mrd. bis 1,2 Mrd. Euro weniger als zuvor geplant. Hintergrund sind der harte Wettbewerb im Festnetz und der Rückgang der Mobilfunkpreise.

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