Telekommunikation
Wettbewerber setzen Telekom unter Druck

Die Deutsche Telekom gerät immer stärker unter Druck ihrer Wettbewerber. In der Sprachtelefonie und im DSL-Geschäft sind die Konkurrenten des Bonner Marktführers auf der ganzen Line auf dem Vormarsch.

dpa BONN. Die Deutsche Telekom gerät immer stärker unter Druck ihrer Wettbewerber. In der Sprachtelefonie und im DSL-Geschäft sind die Konkurrenten des Bonner Marktführers auf der ganzen Line auf dem Vormarsch.

Erstmals werde 2005 deren Anteil bei den Fernverbindungen über 50 Prozent steigen, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur (Bnetza), Matthias Kurth, am Donnerstag bei der Vorlage des Tätigkeitsberichtes 2004/2 005. Bei Ortsgesprächen, wo die Verbraucher erst seit 2003 mit günstigen Betreibervorwahlen telefonieren können, sei der Marktanteil auf 37 Prozent gestiegen, zog er Bilanz über die Entwicklung des Wettbewerbs in den vergangenen zwei Jahren.

Glänzend sind die Wettbewerber im Breitbandgeschäft aufgestellt. Bis zum Jahresende werden sie nach Einschätzung der Bnetza einen Marktanteil von 40 Prozent auf sich vereinen, eine Verdoppelung binnen eines Jahres. „Im laufenden Jahr erzielen sie Wachstumsraten von über 140 Prozent und können drei Viertel des Neukundengeschäfts verbuchen“, betonte Kurth. Insgesamt werden die Breitbandanschlüsse in diesem Jahr auf über zehn Mill. klettern. Jeder vierte Haushalt in Deutschland verfügt über einen Breitbandanschluss.

Kritik musste die Bnetza indes von der Monopolkommission einstecken, die gleichzeitig in Bonn ihre Sondergutachten zu den Telekommunikations- und Postmärkten vorlegte. Sie warf der Behörde mangelnde Missbrauchsaufsicht der Deutschen Post vor. Die Bnetza habe bei Fällen von Quersubventionierung Engagement vermissen lassen und keine transparente Rechnungslegung des Unternehmens eingefordert, sagte der Vorsitzende der Kommission, Jürgen Basedow. Die Behörde wies die Vorwürfe zurück und nannte die Exklusivlizenz der Post auf dem Briefmarkt als das Haupthindernis für mehr Wettbewerb.

Beim Aufbau des Glasfasernetzes wird die Telekom keinen Freibrief für die Schaffung eines neuen Monopols erhalten. Mit der EU- Kommission verständigte sich die Bnetza darauf, nur in dem Fall einen Verzicht auf Regulierung in Aussicht zu stellen, wenn die geplanten neuen Dienste ausschließlich über dieses Hochgeschwindigkeitsnetz angeboten werden können. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte zuvor einen Wettbewerbsschutz verlangt, um für milliardenschwere Investitionen Pioniergewinne abschöpfen zu können.

Die EU-Kommission meldete gegen diese Pläne ähnlich wie die Wettbewerber Bedenken an. Nach weiteren Angaben von Kurth muss der neue Markt aber erst noch definiert werden. Zu solchen innovativen Produkten könnte beispielsweise das hochauflösende Fernsehen gehören. „Wir diskutieren über einen Markt, den wir noch gar nicht kennen“, sagte er.

Bis Mitte 2007 will die Telekom drei Mrd. Euro in den Ausbau ihres Glasfasernetzes in 50 deutschen Städten investieren und den Endkunden so genannte triple-play-Dienste (Telefonie, Internet, Unterhaltung) anbieten. Zur Fußball-WM im kommenden Jahr sollen bereits zehn deutsche Städte angeschlossen sein. Einen Wettbewerbsschutz werde es nicht geben, wenn das Glasfasernetz nur ein Ersatz für die heutige Breitbandtechnik Adsl sei, betonte Kurth.

Gewappnet ist die Bnetza nach weiteren Angaben von Kurth auch für den Start der Regulierung im Bereich Eisenbahnen zum 1. Januar 2006. „Wir sind gut vorbereitet auf diese Aufgabe“. In der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag) hatte er sich für eine Herauslösung des 35 000 Kilometer langen Gleisnetzes aus dem Konzern ausgesprochen. Dies würde dem Wettbewerb auf der Schiene gut bekommen. Er könne aber auch gut damit leben, wenn die Netze weiterhin in dem Konzern integriert blieben, sagte er in Bonn.

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