Terabyte in Sicht
Futter für den Speicher-Hunger

Der Speicher in Personal Computern wächst und wächst, ein Terabyte ist bereits in Sicht. Die Preise bleiben dabei niedrig. Die Frage ist nur, auf welche Technik gesetzt wird: Festplatte oder Flash-Memory.

HB SAN JOSE. Bill Healy hat die Zukunft in seiner Hand. Der Vizepräsident von Hitachi für den Bereich Speichertechnologien zieht eine winzige Festplatte von der Größe einer Ein-Euro-Münze aus der Tasche, auf der ein Aufdruck 1 000 Gigabyte verspricht. Das allerdings war nur ein Scherz, aber wohl einer, der schon in einigen Jahren Wirklichkeit werden kann. Denn die Industrie steigert die Kapazitäten ihrer Geräte immer weiter und macht damit den Boom bei tragbaren MP3-Playern und Videorekordern erst möglich.

Die Entwicklung bei den Speichermedien ist rasant. Vorangetrieben wird sie von Unternehmen wie Seagate, Western Digital und Hitachi bei den Festplatten und Samsung, Toshiba und auch Hitachi bei den Flash-Speichern. Deutlich werden die Fortschritte, wenn man sich ein Gerät wie den iPod von Apple ansieht. Dieser begann 2001 mit einer Festplatte von fünf Gigabyte (GB). Heute hat der kleine iPod Nano vier GB Flash-Speicher, die größeren iPods haben Festplatten mit bis 60 GB.

Die Hersteller von Flash-Speichern haben die Kapazität ihrer Geräte alle neun Monate verdoppelt, wie die Marktforscher von IDC mitteilten. Bei den Festplatten verdoppelt sie sich ungefähr jedes Jahr. Und wenn es auch technisch immer schwieriger wird, immer mehr Daten in den Geräten unterzubringen, so haben die Hersteller bislang doch immer noch Wege gefunden. Inzwischen gehen sie dazu über, die Bits nicht mehr horizontal wie bislang, sondern vertikal anzuordnen, was wieder ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Festplatten mit 750 GB

Viel fehlt nicht mehr, und die PC-Nutzer finden in ihren Geräten Festplatten mit 1 000 Gigabyte, also einem Terabyte vor. Schon jetzt gibt es Festplatten mit 750 GB, sie werden wohl gegen Ende des Jahres in den normalen PCs auftauchen. Damit kann man dann 375 Stunden Fernsehprogramm in normaler oder 75 Stunden in hochauflösender Qualität speichern oder mehr als eine halbe Million Bilder oder 10 000 CDs im MP3-Format. Bei den Flash-Speichern, die keine beweglichen Teile haben und damit weniger stoßempfindlich sind, dafür aber auch nicht so viele Daten speichern, erwartet Eli Harari, der Chef von ScanDisk, in fünf Jahren bis zu 32 GB. Diese kleinen Geräten stecken in USB-Sticks, in Kameras und anderen Mobilgeräten.

Die Nachfrage nach Speicherplatz ist jedenfalls enorm. Die Festplattenindustrie machte 2005 einen Umsatz von 27,9 Mrd. Dollar, bis 2010 soll dies nach Schätzungen von IDC bis auf 41,5 Mrd. Dollar steigen. Die Flash-Speicher-Hersteller machten 2005 einen Umsatz von 10,6 Mrd. Dollar, der bis 2010 auf 18,7 Mrd. Dollar wachsen soll.

Da die Industrie kontinuierlich die Preise für die Speicher gesenkt hat, brauchen die Konsumenten auch nicht ihr Bankkonto zu sprengen, wenn es die Terabyte-Speicher gibt, verspricht Hitachi-Manager Healy. „Das ist die Vision der Zukunft“, sagt er und zeigt auf seine Mini-Festplatte mit dem falschen Aufdruck. Es werde vielleicht noch 20 Jahre dauern, bis dieses Ziel erreicht sei, sagt er, „aber es wird nicht mehr kosten als heute.“

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