Testbericht
Hightech-Stift bringt Handschrift auf den Computer

Warum auf Papier gekritzelte Notizen noch immer mühsam in den Computer eintippen, wenn es auch leichter geht? Mit dem Oxford Easybook m³ lassen sich handschriftliche Aufzeichnungen bequem übertragen. Obwohl es im Detail noch hakt, ist der elektronische Stift im Büroalltag eine große Hilfe.

Sie fragen sich, warum Sie heute, im Zeitalter der digitalen Revolution, nach Besprechungen oder Konferenzen Ihre auf Papier gekritzelten Notizen noch immer mühsam in den Computer übertragen? Dann sollten Sie schleunigst einen digitalen Stift ausprobieren - zum Beispiel im Kombipack des Oxford Easybook m³ des Papierwarenherstellers Landré aus Gronau an der Leine. Es kombiniert für 249 Euro einen elektronischen Stift mit der eigens konzipierten Auswertesoft-ware Denos. Geschrieben wird auf speziellen College-Blöcken und Schreibbüchern. Für weitere 49 Euro ist ein Kalender zu haben, der handschriftliche Einträge über eine kleine Dockingstation in Ihren digitalen Kalender überträgt.

Landré, eine Tochter der französischen Groupe Hamelin, hat das Prinzip des Stifts und das E-Papier vom schwedischen Unternehmen Anoto übernommen. Im Stift, der etwas bauchiger ist als die dicksten handelsüblichen Kugelschreiber, ist eine Infrarotkamera eingebaut. Sie erkennt die Bewegungen der Kugelschreibermine. Damit die Kamera sich orientieren kann, ist das Papier mit einem kaum wahrnehmbaren Muster aus winzigen Punkten bedruckt. Auf jeder der 128 Seiten eines Blockes oder Schreibbuches sieht das Punktraster anders aus. So kann die Software genau zuordnen, an welcher Stelle einer Seite die Mine sich gerade befindet. Deshalb ist das Kopieren von Seiten, das ich als sparsamer Mensch ausprobierte, sinnlos: Die Software interpretiert das so, als hätte ich immer wieder auf derselben Seite übereinander geschrieben. Der Datenspeicher im Stift fasst 50 dicht beschriebene Seiten DIN A4, dann müssen die Daten über die Dockingstation an einen Computer übertragen werden. Wenn der Stift in der Dockingstation steckt, wird sein Akku aufgeladen. Nach drei Stunden Dauerschreiben muss er aufgefrischt werden.

Was nach dem Übertragen der Notizen, Skizzen oder Tabellen auf dem Computerbildschirm zu sehen ist, gleicht einer farbigen Fotografie der Seite. Die wesentliche Erleichterung der Digitalisierung liegt darin, dass die Software Einträge zu frei wählbaren Begriffen oder Namen rasch wiederfindet und zusammenstellt - selbst wenn sie Monate auseinander liegen. Nach Eingabe von "Frau Müller" oder "Projekt Alpha“ in eine Suchmaske, fischt das Programm alle entsprechenden Seiten heraus.

Praktisch ist auch die Möglichkeit, neben die Notizen gleich Befehle für die weitere Verwendung im Computer zu erteilen. Zum Beispiel, dass eine gerade auf dem Block formulierte Aufgabe nach dem Übertragen der "To-do-Liste" in Microsoft Outlook hinzufügt wird oder handschriftliche Glückwünsche per E-Mail an ein Geburtstagskind geschickt werden.

Weniger gut funktioniert die Umwandlung der Handschrift in ein Textdokument. Oft kommt dabei Humbug heraus. Zum Beispiel liest sich meine Notiz "Am besten als pdf" nach der Umformung in Word als "ambern als paf“. Und der „Nierenultraschall" taucht als "Ni wm Ihre Scham“ im Outlook-Kalender auf. Allerdings brauche ich nur auf den Termin zu klicken, um das Originalschriftbild anzusehen.

Von den Schwächen bei der Textumwandlung abgesehen, ist das Easybook-System eine große Hilfe. Vor allem für Menschen, die sich im Gespräch etwa mit Mitarbeitern, Kunden oder Patienten viele Notizen machen müssen, ihr Gegenüber aber nicht mit einem Aufnahmegerät, einem Palmtop oder Notebook verschrecken wollen. Ein Stift, und sei er noch so dick, erweckt weniger Misstrauen. Irritierend wird die Sache erst, wenn die Kuli-Mine leer ist und man mangels Ersatzmine trotzdem weiterschreibt. Zwar erkennt das Programm die Schreibbewegungen auf dem Block auch ohne Farbe. Nur der Gesprächspartner tippt sich möglicherweise an den Kopf.

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