Testlabor für drahtlose Produktmarkierungen
Sun eröffnet Testcenter für Wal-Mart

Der Nachfolger der Barcodes, die heute jedes Produkt im Supermarkt schmücken, steht fest - jedenfalls technisch.

hiz DÜSSELDORF. Hinter dem Schlagwort RFID (Radio Frequency Identification) verbergen sich Miniatur-Chips, die vom Hersteller direkt in die Produktverpackung oder sogar ins Produkt integrieret werden. Die Werte werden von Lesegeräten auch über größere Entfernungen ausgelesen. Vorreiter für den Einsatz dieser Technik, der die mühsame Abrechnung jeden einzelnen Artikels an der Kasse überflüssig machen würde, ist der amerikanische Handelsgigant Wal-Mart. Das Herzstück dieser Technologie ist der so genannte Electronic Product Code (EPC), der ähnlich wie der heutige Barcode, alle produktbezogenen Informationen auf dem Chip speichert.

Da die Produkte nicht mehr am Scanner vorbeigezogen werden müssen, können nicht nur gefüllte Einkaufswagen auf einen Schlag abgerechnet werden, auch die Regal- und Lagerbestände können automatisch erfasst werden. Mit dem Jahresbeginn 2005 will die weltgrößte Supermarktkette zunächst ihr Bestandsaufnahmesystem auf RFID umstellen. Bis dahin können die Lieferanten ihre Lösungen in dem von Sun Microsystems (www.sun.com) betrieben Labor austesten um einen möglichst reibungslosen Übergang zu ermöglichen.

Die RFID-Technologie ist vor allem bei Datenschützern umstritten. Das was an Supermarktkasse und im Lager möglich ist, kann auch genutzt werden um das Verbraucherverhalten regional zu untersuchen. Werden die Produktverpackungen entsorgt, reicht es, mit einem Empfänger an den Mülltonnen vorbei zu fahren um festzustellen, in welchen Wohngebieten welche Produkte bevorzugt werden. Weitere Schnüffelmöglichkeiten sind dann mit dem Zusammenwachsen der Datenbank von Lieferanten und Vertriebsfirmen denkbar. Schwarzseher erinnern sich dabei an Szenarien, wie sie in Orwells Werk 1984 beschrieben wurden: „Big Brother is watching you.“

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