Thema Sicherheit
Mobile Schutzengel

Gleich zwei Hallen hat die Messeleitung der Cebit in diesem Jahr für das Thema Sicherheit reserviert. Und kein Plätzchen ist frei geblieben, denn nach wie vor ist der Schutz vor Viren, Würmern und bösartigen Hackern eine große Herausforderung. Wie groß, das zeigt sich beim Gang durch die Hallen

HANNOVER / PORTLAND. Beim Thema Sicherheit steht nicht mehr die Firewall, die Schutzmauer um eine Firma, im Mittelpunkt der Anbieter, die Sicherung der Daten ist das große Thema.

Der Sicherheitsspezialist Utimaco stellt zum Beispiel seine neue Lösung zur Verschlüsselung von Daten im brandneuen Betriebssystem Microsoft Vista vor. Und die EMC-Tochter RSA Security zeigt neue Systeme für eine effiziente Zugriffskontrolle, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das Thema Sicherheit kann gar nicht genug Aufmerksamkeit erhalten, findet Gerald Spindler von der Georg-August-Universität in Göttingen: "In den letzten zwei Jahren ist die Belastung unserer IT-Systeme durch Themen wie Spam um den Faktor zehn gestiegen." Damit nicht genug: Zahlreiche Rechner sind mittlerweile gekapert und werden als Verteiler für Spams und anderen Unrat genutzt, häufig ohne Wissen der Besitzer. "Etwa ein Drittel aller Personal-Computer, ob in Firmen oder in privaten Haushalten, sind Teil der so genannten Bot-Netze oder schlafender Bot-Netze", sagt Spindler.

Gleichzeitig wird der Schutz vor solchen Manipulationen immer schwieriger. "Das Internet hat alle früheren Konzepte von Datensicherheit hinfällig gemacht. Die Sicherheitsanforderungen in einer Welt, in der jeder zu jeder Zeit und überall mit allen möglichen Geräten den Zugriff auf Daten verlangt, haben die Art und Weise, wie wir Produkte entwickeln, völlig verändert", räumte Microsoft-Gründer Bill Gates jüngst auf einer Sicherheitskonferenz in San Francisco ein. In dem auf der Cebit präsentierten neuen Betriebssystem "Mobile 6" für mobile Geräte hat Microsoft deshalb zum Beispiel die Möglichkeit eingebaut, sämtliche Daten aus der Ferne zu löschen, "weil auch bei mir das Handy mit all den Daten im Taxi schon mal weitergefahren ist als ich", sagte Microsoft-Manager Ralph Haupter.

Herkömmlicher Datenschutz durch die Errichtung von Schutzmauern, so genannten Firewalls, ist für Art Coviello, den Chef des US-Sicherheitsspezialisten RSA, deshalb "eine Verschwendung von Geld und Zeit". "Die Daten residieren heute nicht mehr isoliert in sicheren Trutzburgen, sondern sind ständig unterwegs", sagte er dem Handelsblatt. Mitarbeiter reisten mit den persönlichen Daten von Kunden auf ihren Laptops durch die Gegend. Und um von den geschäftlichen Möglichkeiten des Internets Gebrauch zu machen, müssten Firmen oft den Lieferanten und Kunden Zugang zu ihrem Informationssystem verschaffen.

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