TK-Regulierung am Scheideweg
Internet-Telefonie vor Durchbruch

Die Deutsche Telekom will zur Cebit in Hannover womöglich ein VoIP-Angebot starten. Damit könnte hier zu Lande schon in diesem Jahr für das Telefonieren übers Internet der Durchbruch kommen. Bislang gibt es erst einige hunderttausend Web-Telefonierer.

HB DÜSSELDORF. Indes ist noch völlig offen, ob der Ex-Monopolist bei Voice over IP frei schalten und walten kann oder auch hier reguliert wird. Entsprechend eifrig ziehen die Telekom und ihre Konkurrenten hinter den Kulissen die Fäden - auch bei anderen Themen. Denn jetzt werden die Weichen für das künftige Ausmaß der Regulierung gestellt.

Derzeit geht es darum, das seit dem Sommer geltende neue Gesetz für den Telekommunikationsmarkt mit Leben zu füllen. Dazu untersucht die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) in Bonn, welche Segmente überhaupt (noch) für Flankierung und Kontrolle durch den Staat in Frage kommen. Gemäß den Vorgaben der Europäischen Kommission sind 18 einzelne Märkte zu beleuchten. Welche Punkte und Anliegen dabei in die Positionspapiere des Regulierers einfließen und welche nicht, ist entscheidend dafür, ob und wie künftig reguliert wird.

Drei Großbereiche hat die Behörde bereits unter die Lupe genommen - die Festnetztelefonie für Endkunden, die Netzverbindungen zwischen der Telekom und ihren Konkurrenten und die Hausanschlüsse, die diese von dem Bonner Konzern mieten können. Eines stört die Wettbewerber dabei gewaltig: Die Entwürfe des Regulierers lassen die Internet-Telefonie außen vor. "Das kann für alternative Anbieter das rasche Aus bedeuten", warnt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des mehr als 50 Unternehmen umfassenden Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Er befürchtet bei Voice over IP (VoIP) ein neues Quasi-Monopol der Deutschen Telekom.

Denn diese könnte ihre Marktmacht bei den schnellen DSL-Anschlüssen durch kombinierte Vermarktung rasch auf die Internet-Telefonie übertragen, meint der VATM. Außerdem wäre die Telekom möglicherweise versucht, sich durch eine Verlagerung auf die neue Technik der Kontrolle im Bereich der herkömmlichen Festnetzverbindungen zu entziehen. Auch sonst ist der Verband nicht gerade glücklich über das Vorgehen des Regulierers. Denn dieser stütze sich bei seinen Marktanalysen auf Daten, die bestenfalls schon über anderthalb Jahre alt sind. "Dabei hätte die Behörde doch aktuelles Material an der Hand, das in ihren Jahresbericht 2004 eingeflossen ist", bemängelt Grützer.

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