Tokyo Game Show
Süße Mädchen, geschniegelte Jungs

Auf der Tokyo Game Show feiert sich die asiatische Spielebranche und präsentiert ihre neuesten Trends. Als großer Zukunftsmarkt entpuppt sich dabei eine Region, die bisher kaum Beachtung fand: Südostasien.
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TokioAuf der Tokyo Game Show, der legendären japanischen Videospielmesse, ist für alle was dabei. Während sich die Heerscharen männlicher Gamer immer wieder gerne mit den reichlich vorhandenen knapp bekleideten Standmädchen ablichten lassen, posieren weibliche Besucher in der Romance-Game-Ecke mit geschniegelten Jünglingen in glitzernden Smokings und weißen Handschuhen. Wer will kann sogar auf einem Sofa mit dem Herrn ihrer Wahl Platz nehmen, während über dem Paar buchstäblich eine Hochzeitsglocke bimmelt.

Beide Beispiele verdeutlichen den globalen Reiz der asiatischen Leitmesse für Gamer. In Japan, der globalen Hochburg für Konsolen-, Arkaden- und Handyspiele, werden tabulos Bedürfnisse befriedigt und Trends gesetzt, die manchmal später die Welt erobern. Darüber hinaus ist Japan in Südostasien und auch im Westen für die boomenden Manga-Comic-, Anime-Zeichentrick- und Pop-Kulturszene zur Leitkultur geworden.

Aus 33 Ländern sind daher Aussteller und Journalisten angereist, um im Mekka der Spieler die neuesten Geräte und Spiele zu berühren. Besonders groß ist daher das Gedrängel an Sonys Stand. Dort hat der Konzern Dutzende kleiner Wohnzimmer aufgebaut, in denen die Spieler für einen Moment die neue Playstation 4 oder die portable Playstation Vita ausprobieren können.

Der Andrang macht klar: Die klassischen Konsolenspiele sind keineswegs tot. Aber die großen Stände der neuen japanischen Riesen der mobilen Spielewelt wie Gree und GungHo zeigen ebenso klar, dass eine neue Ära begonnen hat: die der mobilen Spiele.

In Japan sind die oft unter dem Begriff „Social Games“ getarnten Online-Vergnügen mit einem Umsatz von rund drei Milliarden Euro pro Jahr bereits ein Riesengeschäft. In anderen asiatischen Märkten ist ihr Ertrag noch gering, doch sie heben ab, berichten Industrieführer aus Südkorea und Südostasien übereinstimmend. „Die Industrie hat einen Wendepunkt erreicht“, sagt Ujin Chung, Vorstandsmitglied des südkoreanischen Game-Entwicklers NHN Entertainment. Die Unternehmen müssten neue Plattformen fürs mobile Geschäft entwickeln.

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Anbieter hoffen auf ein Milliardengeschäft

Kommentare zu " Tokyo Game Show: Süße Mädchen, geschniegelte Jungs"

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  • @SonyFan. Die Sichtweise, K'Pop-Kultur sei nur eine Kopie der japanischen, ist subjektiv. Mir liegt übrigens beides nicht. Die wirtschaftlichen Daten zeigen jedoch, dass die Cultural Content Industrie Südkoreas die japanische beim Asien-Export schon vor Jahren überholt hat und bei Musik & Film um ein Vielfaches größer ist. Und das obwohl Japan als Land fast 3 mal größer ist. Geschmack hin oder her - die 3 Milliarden Asiaten haben längst die Abstimmung mit den Füßen gemacht.

  • @hanji

    Südkorea ist eine erbärmliche Kopie von Japan und die koreanische Pop-Kultur nur ein Abbild der japanischen Pop-Kultur!

  • zit. "... Japan in Südostasien und auch im Westen für die boomenden (...) und Pop-Kulturszene zur Leitkultur geworden." Da haben die Autoren wohl etwas nicht mitbekommen: Seit mind. 10 Jahren liefert Südkorea die Leitkultur in Sachen Pop, Film & TV etc. nach Asien und kriecht damit auch schon über die Ozeane. Dafür gibt es sogar einen eigenen Begriff Hallyu (Korean wave).

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