Top 500
Deutsche Supercomputer sind Weltklasse

Gleich zwei in Deutschland arbeitende Großrechner haben den Sprung unter die schnellsten Supercomputer der Welt geschafft. Einer von ihnen könnte sogar mit dem Spitzenreiter der aktuellen Weltrangliste mithalten.

HB JÜLICH. Erstmals gehören zwei deutsche Rechner zu den Top Ten der schnellsten Supercomputer der Welt. Beide stehen im Forschungszentrum Jülich. Als schnellster Rechner Europas schaffte es „Jugene“ auf den dritten Platz der Weltrangliste „Top 500“, deren jüngste Ausgabe zum Auftakt einer Supercomputer-Konferenz am Dienstag in Hamburg veröffentlicht wurde.

Ebenfalls in Jülich arbeitet das Computer-Tandem „Juropa/HPC-FF“, das auf Platz 10 der Rangliste landete. „Dies ist das erste Mal in der Geschichte der Weltrangliste, dass in Europa ein Institut gleichzeitig zwei Computer unter den ersten Zehn platziert“, so das Forschungszentrum in einer Stellungnahme. Beide Systeme wurden von Experten des Jülicher Supercomputing-Zentrums entworfen und mit Partnerfirmen umgesetzt.

Jugene schafft mehr als eine Billiarde Rechenschritte pro Sekunde. Die rund 72 000 Prozessoren des Rechners finden in 72 wassergekühlten Schränken Platz. Eingesetzt wird der Supercomputer für komplexe Simulationen, etwa in der Materialforschung, der Umweltforschung und der Teilchenphysik.

Die Anlage ist mit einer Durchschnittsleistung von 825,5 Teraflops (Billionen Rechenschritte pro Sekunde) zugleich der schnellste Rechner Europas. Mit seiner maximalen Leistung könnte sich Jugene sogar mit dem derzeit schnellsten Computer der Welt, der Anlage „Roadrunner“ messen.

IBMs „Roadrunner“ hatte als erster Supercomputer weltweit vor etwa einem Jahr die Grenze von einem Petaflop (eine Billiarde Rechenschritte pro Sekunde) in der durchschnittlichen Rechenleistung überschritten. Doch bereits in der vergangenen Liste der Top 500, die zweimal im Jahr veröffentlicht wird, hatte „Roadrunner“ mit der Anlage „Jaguar“ des Herstellers Cray einen leistungsfähigen Verfolger erhalten. Beide konnten ihre Spitzenplätze auch diesmal halten.

Jugene und das Rechner-Tandem Juropa/HPC-FF in Jülich sind unter den zehn schnellsten Rechnern der Welt die einzigen Anlagen, die nicht in den USA genutzt werden. Spitzenreiter „Roadrunner“ wird von der US-Regierung betrieben und unter anderem für die Kernwaffenforschung genutzt. „Jaguar“ steht im Dienst des US-Energieministeriums und wird für die Erforschung neuer Energiequellen eingesetzt.

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