Totgesagte leben länger
Facebook ist tot – oder doch nicht

Facebook liegt im Sterben. Die Jungen wandern ab, die Nutzerzahlen schrumpfen. Immer wieder erscheinen Studien, die das ganz klar beweisen. Oder ist das vielleicht doch nicht der Fall?
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Düsseldorf.„Meine Facebook-Seite hat schon Staub angesetzt“, erklärt Morgan Stewart. Ja, wer ändere denn überhaupt noch seinen Facebook-Status, pflichtet ihr Dorothy Wang bei. Morgan und Dorothy, beide von Beruf „Tochter“ und Hauptakteure der amerikanischen Reality-Soap „Rich Kids of Beverly Hills“ sind sich einig: Facebook ist tot, Instagram ist das neue Ding. Die Zuschauer der Serie, die in Amerika für einigen Gesprächsstoff sorgte und in Deutschland inzwischen auf Sky zu sehen ist, rufen die zwei Seriensternchen auf, ihre Facebook-Profile zu löschen. Bringt ja sowieso nichts mehr.

Tatsächlich erscheinen immer wieder Studien, die das Ende des (noch?) größten sozialen Netzwerks der Welt heraufbeschwören. Erst Anfang des Jahres beispielsweise sorgte eine Meldung des Beratungsunternehmens iStrategyLabs für Aufsehen: Gerade die ganz jungen Nutzer zwischen 13 und 17 Jahren löschten massenweise ihre Facebook-Accounts, warnten die Experten. Die Jugend wandere in Scharen zu Diensten wie Twitter, Instagram oder WhatsApp ab. Facebook selbst altere rapide, werde immer uncooler.

Nur kurze Zeit später dann der nächste „Beweis“ für Facebooks Niedergang: Forscher der amerikanischen Universität Princeton veröffentlichten eine Studie, nach der Facebook bis spätestens 2017 80 Prozent der Nutzer verloren haben wird.

Für ihre Vorhersage bedienten sich die Forscher in Princeton eines Modells, das ursprünglich verwendet wird, um die Verbreitung von Epidemien vorauszusagen und stützten sich auf die Suchanfragen bei Google Trends zum Thema Facebook.

Prompt fanden die Doktoranden des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik heraus, dass sich immer weniger Nutzer für das größte soziale Netzwerk interessieren. Die klare Prognose der Wissenschaftler lautete: In ein paar Jahren folgt Facebook Diensten wie MySpace oder SchülerVZ nach und landet auf dem Friedhof der sozialen Netzwerke.

Alles tot also? Aus und vorbei? Mitnichten, meint Philipp Roth vom „inoffiziellen“ Facebook-Blog „allfacebook.de“. Der Blogger und selbst ernannte „Nerd“ kann über die zahlreichen Studien, die in den vergangenen Jahren zu Facebooks Nutzerzahlen erschienen sind und die von vielen Medien immer wieder dankbar aufgenommen werden, nur noch den Kopf schütteln. Facebook tot zu schreiben, bringe wohl einfach viele Klicks, vermutet Roth in seinem Blog.

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Viele Studien haben Schwachstellen

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  • Im Netz überlebt langfristig nur das was dem Nutzer einen konkreten Nutzen bringt. Bei Facebook kann ich einen solchen Nutzen - vor allem in Relation zur aufzuwendenden Zeit - nicht erkennen. Facebook ist somit eine Modeerscheinung der irgendwann die Karawane davonzieht.


  • Facebook ist tot – oder doch nicht
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    Egal: 1,2 Milliarden Fliegen können sich genausowenig irren wie 80 Millionen Fliegen: Das Aas über dem sie herumschwirren bleibt das gleiche.
    Funktionsweisen von politischen Parteien und sozialen Netzwerken verfügen über eine mitunter erstaunliche Deckungsgleichheit:
    Beide sind Ausdruck von Ideologie.

    Und Ideologien ziehen die Menschen nun einmal an, wie das Aas die Fliegen.

  • Facebook ist eine Schnüffel-Anwendung zum Ausspionieren der Menschen. Das ist ganz klar.

    Einmal ein paar Daten eingegeben, wird man unablässig aufgefordert, mehr und immer mehr von sich preiszugeben. Sortiert in der "Timeline" nach Jahren.

    Fehlen Angaben wie z.B. der aktuelle Wohnsitz oder Beruf hakt die Website unablässig nach. Sogar "Freund-Vorschläge" bekommt man an die private email-Adresse geschickt, um nochmehr "soziale Daten" aus den Menschen rauszupressen.

    Was man 1x eingegeben hat, vergisst das System nicht mehr auf seinen Servern. Facebook = NSA. Nicht das man etwas zu verbergen hätte, aber sowas penetrant Aufdringliches habe ich noch nicht erlebt.

    Sein Geld verdient Facebook mit üppigen Bonus-Zahlungen der Geheimdienste und nicht aus Werbe-Einnahmen. Das ist Pillepalle dagegen.

    Sperrt unbedingt den sogenannten "public search" sonst tauchen alle eure Daten bei den Google-Suchergebnissen auf !!

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