Touchscreen
Mehr Eleganz für Wurstfinger

Entwickler von IBM haben Touchscreen-Tastaturen entworfen, die künftig Tippfehler vermeiden sollen. Die Größe der Tasten wird einfach an die eigenen Finger angepasst.
  • 0

HamburgJeder, der schon einmal einen Text auf einem Touchscreen geschrieben hat, kennt das Problem: Die richtigen Buchstaben zu treffen ist gar nicht so einfach. Je wurstiger der Finger, umso seltener landet der richtige Buchstabe auf dem Bildschirm. Das liegt nicht nur an der kleineren Fläche, sondern auch an der fehlenden haptischen Rückmeldung, mit der ein Schreiber die Position der Taste wenigstens ungefähr eingrenzen kann.

Entwickler von IBM wollen die Menschen jetzt von diesem Problem befreien: Sie haben einen Patentantrag für eine Layout-Idee eingereicht, mit der die Größe und Position der Tasten individuell an jeden Benutzer angepasst werden kann.

Schließlich gibt es eine so große Vielfalt an anatomischen Hand- und Fingergrößen und den jeweiligen Gelenkigkeiten, dass es schon fast unlogisch scheint, ein fixiertes, genormtes Set an Tasten zu nutzen.

Um eine individuelle Touchscreen-Tastatur zu entwerfen, muss der Benutzer verschiedene Tippaufgaben erledigen, anhand derer ein Computer sein anatomisches Profil errechnet. Dabei ermittelt das Programm die Fläche des Fingers und die Position, die ein Finger trifft, wenn er einen bestimmten Punkt auf dem Screen berühren will.

Basierend auf diesem anatomischen Profil wird eine neue Tastatur angezeigt, die an die individuellen Bewegungsabläufe beim Tippen angepasst ist, mit Tasten in neuer Größe oder Form und anderer Position. Die Tasten müssen beispielsweise nicht mehr ordentlich in einer Reihe, sondern können auch versetzt angeordnet sein.

Die Erfinder erhoffen sich von dieser Individualisierung eine Steigerung der Effizienz – sowohl in Geschwindigkeit und Komfort als auch durch höhere Treffsicherheit. Der Nutzer muss weniger korrigieren. Anwenden ließe sich diese Entwicklung beispielsweise bei Smartphones, PDAs, Tablet PCs und MP3-Playern.

Der Patenteintrag wurde bereits 2009 beim US-Patent- und Markenamt eingereicht. Ähnlich wie in Deutschland dauert es auch in den USA rund drei Jahre, bis die Entscheidung fällt, ob dem Antrag stattgegeben oder ob er abgelehnt wird.

Streng genommen ist es natürlich nicht das Ende der Wurstfinger – sondern mit etwas Glück nur das Ende der Technologie, die fast jeden Finger wurstig aussehen lässt.

Kommentare zu " Touchscreen: Mehr Eleganz für Wurstfinger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%