Trampender Roboter Hitchbot

Mit Currywurst durch Deutschland

Der trampende Roboter Hitchbot kommt nach Deutschland. Von Freitag an reist das bunte Geschöpf aus Kanada per Anhalter durch die Republik. Vor allem an den Deutschkenntnissen des Roboters mussten seine Entwickler feilen.
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Roboter Hitchbot vor seinem Deutschland-Trip. Ein Woche lang will er durch die Republik trampen. Quelle: obs
Hitchbot kommt nach Deutschland

Roboter Hitchbot vor seinem Deutschland-Trip. Ein Woche lang will er durch die Republik trampen.

(Foto: obs)

OttawaAm Freitag startet der trampende Roboter Hitchbot aus Kanada seine zehntägige Deutschlandtour. Bis zuletzt wurde an seinen Deutschkenntnissen gefeilt, denn über ein Spracherkennungssystem soll sich Hitchbot auf Deutsch mit den Menschen unterhalten können, denen er begegnet. Es ist die erste Auslandsreise des bunten Roboters.

Im vergangenen Jahr hatte Hitchbot in weniger als vier Wochen Kanada durchquert, 6000 Kilometer zurückgelegt und die Kanadier fasziniert. Auf Einladung des Wissenschaftsmagazins Galileo des Senders ProSieben reist der etwa 90 Zentimeter große Roboter nun durch Deutschland.

Als Tramper will er das Land vom Süden bis Norden bereisen. „Ich bin in etwa so groß wie ein sechsjähriges Kind und wiege knapp elf Kilogramm. Man kann mich also leicht hochheben und ins Auto setzen“, teilt der Roboter auf seiner Website mit.

HitchBots reise durch Kanada
Anne Saulnier and her husband Brian carry the anthropomorphic robot named hitchBOT to their truck on Highway 102 outside of Halifax
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hitchBot soll ein Leichtgewicht sein. Mit dem Kindersitz lässt sich der unkomplizierte Mitfahrer problemlos im Auto montieren – im Bild von Anne Saulnier und ihrem Mann auf dem Highway 102 außerhalb des kanadischen Halifax.

Anne Saulnier watches as her husband Brian buckles up the anthropomorphic robot named hitchBOT near Halifax
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Das Ehepaar positioniert ihren kleinen Mitfahrer auf dem mittleren Sitz auf der Rückbank. HitchBot ist etwa so groß wie ein Kind und auch die bunten Gummistiefel geben dem Gesellen eine kindliche Anmutung. Die putzige Entscheidung dürfte ihm helfen, seine 6.000 Kilometer lange Reise per Anhalter tatsächlich zu beenden.

Hitchbot
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Das Modell: Ein Dummy durfte an einem kanadischen Highway schon mal Modell stehen, bevor HitchBot fertig gestellt war.

HitchBOT
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Daumen hoch: Das typische Tramper-Zeichen steht ebenso für Zustimmung. Zusammen mit dem pixeligen Smiley-Gesicht gibt es HitchBot seine freundliche Ausstrahlung. Kein Wunder, dass sich der unkomplizierte Geselle in Kanada großer Beliebtheit erfreut.

HitchBOT
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Der runde Bauch von hitchBot erinnert an die Erscheinung von R2D2. Seinem Kollegen aus Star Wars hat der kanadische Tramper aber die längeren Beine und dunklen Gummistiefel voraus.

HitchBOT
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Zuhause ist hitchBOT bei dem Forscher-Team in Port Credit im kanadischen Ontario. Am 27. Juli ist der Roboter von Halifax aufgebrochen. Bis zu seinem Ziel in Victoria stehen ihm 6.000 Kilometer Weg bevor.

huGO-BildID: 38548288 This photo obtained on July 31, 2014 shows creators Dr. Frauke Zeller of Ryerson University and Dr. David Harris Smith of McMas
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Familienfoto: Die Forscher Dr. Frauke Zeller von der Ryerson University und ihr Kollege Dr. David Harris Smith von der McMaster University posieren mit ihrem Versuchsroboter. Ein Ehepaar würde nicht anders mit seinem Kind posieren.

Hitchbot kann zwar mit den Menschen kommunizieren, aber er kann sich nicht allein fortbewegen. Er ist auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Die aus Deutschland stammende Kommunikationswissenschaftlerin Frauke Zeller, Professorin an der Ryerson University in Toronto, hat Hitchbot – der Name setzt sich aus dem englischen Wort „hitchhiking“ (trampen) und Roboter zusammen – mit ihrem Kollegen David Harris Smith von der McMaster-Universität in Hamilton und einer Gruppe Studenten geschaffen. Sie werden gespannt verfolgen, ob Hitchbot die Deutschen ebenso anspricht wie im vergangenen Jahr die Kanadier.

Diese nahmen den am Straßenrand stehenden Roboter, der einen Arm bewegt und mit den nach oben gestreckten Daumen signalisiert, dass er trampen will, in ihren Autos mit. „Die Erfahrung in Kanada war überwältigend“, sagt Frauke Zeller. „Es war auch für uns überraschend zu sehen, wie viele Menschen sich mit ihm beschäftigten und sich bemühten, mit ihm zu interagieren. Sie nahmen Hitchbot auf Feste mit, auf eine Hochzeit, und er besuchte kanadische Ureinwohner auf Manitoulin Island und Vancouver Island. Hitchbot sprach sehr viele Kinder und Familien an.“

Hitchbot ist ein Kunstprojekt an der Schnittstelle von Kunst und künstlicher Intelligenz. „Wir wollen, dass Menschen sich beteiligen und das Projekt mitgestalten. Daher ist es von Anfang an offen angelegt“, schildert die Wissenschaftlerin den Ablauf des Projekts „Wir werden Hitchbot nicht auf Schritt und Tritt folgen. Die Menschen können entscheiden, was sie damit machen und ob sie sich auf ihn einlassen wollen.“ Die oft gestellte Frage, ob Menschen Robotern vertrauen können, drehten die Wissenschaftler um: Können Roboter Menschen vertrauen? 

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