Trends der Cebit 2005
Internet-Telefonie in aller Munde

Die mit Abstand größte IT-Messe der Welt, die Cebit, ist in der Zeit vom 10. bis zum 16. März wieder Mittelpunkt der Computerwelt. Auf dem Messegelände in Hannover dreht sich alles um Handy, Maus und Monitor sowie was sonst noch dem digitalen Arbeitstakt folgt.

HB HANNOVER. WLAN, drahtlose, mobile Netzwerke, RFID, die funkenden "Schnüffelchips" und die Internet-Telefonie (Voice over IP) zählen sicherlich zu den großen Trends der Cebit 2005. Auf der Cebit-Preview konnten Journalisten bereits vorab sehen, welche Neuheiten AMD, Microsoft, Panasonic oder T-Mobile und Vodafone im Messegepäck haben.

Der französische Technologiekonzern Sagem feiert auf der Cebit die Hochzeit von Fax-, Telekommunikations- und Fototechnik. Außer einer MMS-Funktion verfügen die Geräte Crystal 650 und Crystal 660 über ein automatisches Bildaufbereitungs-Programm (Crystal Image). Selbst Fotos niedriger Qualität werden auf Knopfdruck aufgewertet. Zum Aufhellen von unterbelichteten Fotos, für das "Eliminieren roter Augen" oder für Farb- und Belichtungskorrekturen, zum Faxen und Telefonieren - ab sofort braucht man dafür nur noch ein Gerät.

Siemens zeigt - neben vielen Handy-Neuheiten - mit dem "Gigaset M34 USB" die nach eigenen Angaben weltweit erste Voice-over-IP-Lösung mit schnurlosen DECT-Telefonen. "Ein Adapter für den USB-Anschluss des PCs stellt die kabellose DECT-Verbindung zwischen PC und Telefon her", erklärt Marketingleiter Norbert Strixner. "So lässt sich beispielsweise bequem und kostengünstig übers Internet telefonieren." Das Gigaset-Mobilteil dient aber auch als Ein- und Ausgabegerät zum Chatten, zum eMail-Versand und Instant Messaging. Wahlweise wird das Telefon so zum mobilen Soundsystem, zur MP3-Spielstation oder zum Internet-Radio.

Nachdem die Sprachqualität stimmt und das "fast kostenlose Telefonieren" so einfach wie die Festnetz-Telefonie geworden ist, greift der Geiz immer häufiger zum VoIP-Hörer. Der Markt explodiert. Fast jeder TK-Anbieter kommt mit VoIP-Lösungen zur Cebit. Provider wie Vodafone oder die Deutsche Telekom müssen sich jetzt ganz warm anziehen. Finden sie keine Ersatzquellen, droht ihnen innerhalb weniger Jahre ein Großteil ihrer Einnahmen aus dem bisher überaus lukrativen Telefonmarkt wegzubrechen. Nach Angaben des Kommunikationsspezialisten Avaya Tenovis werden die Unternehmen mit IP-Telefonie in diesem Jahr erstmals höhere Umsätze generieren, als mit der klassischen Telefonie.

Mit rund 5000 öffentlichen Hotspots lag Deutschland, zusammen mit den USA, in 2004 weltweit auf Platz eins. Intel bringt zur Cebit die nächste Generation seiner "Centrino"-Mobiltechnologie mit. Notebooks wandeln sich dadurch vom mobilen Büro und drahtlosen Communicator zum allumfassenden Unterhaltungskünstler. Auf der Cebit zeigt der Chip-König auch den kleinsten PC der Welt. Vorbereitet für den Autoradio-Einschub fungiert der Kleinstcomputer künftig im Auto als Schalt-, Unterhaltungs-, Kommunikations- und Navigationszentrale. Das Notebook wird dann zum härtesten Konkurrenten von Fernseher und Autoradio.

NEC präsentiert auf der Cebit das weltweit erste PC-Laufwerk und einen Rekorder der neuen Genaration. Beide arbeiten mit blauem Laserlicht. Der speziell entwickelte NEC-Lesekopf nutzt dabei Laser mit drei unterschiedlichen Wellenlängen. Deshalb können HD-DVDs ebenso in einem Gerät gelesen werden, wie herkömmliche DVDs oder CDs. Abgestimmt auf die neue Technik und dem Trend hin zu drahtlosen, mobilen Netzwerken (WLAN) präsentiert NEC auch gleich neue Beamer, die eine drahtlose Bildübertragung mit 54-Mbit/s per WLAN unterstützen.

Eine heimliche Revolution gibt es am Hitachi-Messestand zu bestaunen. Zwischen all den vielen brandneuen Präsentationsgeräten steht ein Hybrid-DVD-Rekorder. Ausgestattet mit einer integrierten 250-GB-Festplatte bietet er 300 Stunden Nonstop-Filmgenuss. Ein Programmassistent hilft bei der komfortablen Verwaltung gespeicherter Inhalte. Der eigentlich Clou des Rekorders aber ist ein integrierter Chip. Dieser clevere High-Tech-Baustein (Commercial Free Dubbing) erkennt Werbeblocker automatisch. Schnellere Bildfolgen und die bei lästigen Werbeunterbrechung aufgedrehte Lautstärke verraten die speicherfressenden Werbespots. Wenn vor allem private Fernsehsender ihre überlebenswichtigen Werbeeinnahmen nicht verlieren wollen, müssen sie sich jetzt schnell etwas einfallen lassen. Eine Technik, die einmal mehr beweist, dass die Cebit spannender sein kann, als so mancher Krimi im Fernsehen.

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