Trends von der CES: Verführung im Wohnzimmer

Trends von der CES
Verführung im Wohnzimmer

Den „verführerischsten Fernseher aller Zeiten“ können Besucher der Technikmesse CES bestaunen. Doch bei der Bedienung der Geräte hakt es oft noch. Inspiration suchen die Firmen auf den ganz kleinen Bildschirmen.
  • 0

Las VegasSuperlative gehören zum Standardvokabular der TV-Hersteller. Größer, dünner, schärfer sind gängige Begriffe, wenn es darum geht, neue Fernseher anzupreisen. Doch Samsung setzt auf der Technikmesse CES noch einen drauf: Der koreanische Konzern bewirbt ein neues Gerät als den „verführerischsten Fernseher aller Zeiten“ – auch wenn der die vielleicht nicht ganz so attraktiven Abkürzung SUHD trägt. Immerhin hat das Gerät dank gebogenen Displays Kurven.

Auch wenn nicht alle so fantasievolle Slogans erfunden haben: Die Bildqualität steht bei den TV-Herstellern im Mittelpunkt. Samsung und LG, Sony, Sharp und Panasonic, aber auch die chinesischen Hersteller Haier und TCL kündigen neue Technologien und zahlreiche Geräte mit der besonders hohen 4K-Auflösung an. Und sie gehen ein Problem an, das viele Zuschauer im Moment womöglich mehr stört als das Bild: die Bedienung. Betriebssysteme, die bislang auf Smartphones zum Einsatz kommen, sollen auch die Fernseher intuitiver machen.

Ultrascharf als neuer Standard

Als die TV-Hersteller in den vergangenen Jahren Fernseher mit extrem hoher Auflösung vorstellten, fragten sich viele, was sie mit so einem Gerät machen sollen. Heute stellt sich die Frage nicht mehr: Ultra-HD oder 4K – wie die Technologie auch genannt wird – entwickelt sich zum Standard. Auf der CES zeigen die Hersteller zahlreiche neue Modelle. Und das zu erschwinglichen Preisen.

Mit dem Angebot wächst auch die Nachfrage: Nach Einschätzung des US-Hightechverbandes CEA werden in diesem Jahr gut 23 Millionen Geräte abgesetzt, davon allein 13 Millionen in China. Die Marktforscher rechnen damit, dass die Ultra-HD-Geräte sehr schnell den Markt dominieren werden. Der Gesamtmarkt erholt sich leicht und dürfte um zwei Prozent auf 251 Millionen Stück anwachsen.

„Der TV-Markt ist wieder in einem klassischen Ersatzzyklus“, sagt Paul O'Donovan, Analyst beim Marktforscher Gartner. „Wenn der Fernseher sieben Jahre alt ist, kaufen sich viele Verbraucher ein neues Gerät, meist mit einem größeren Bildschirm.“ Zudem sei das Angebot attraktiver geworden: „Der Preisaufschlag beträgt vielleicht 10 oder 20 Prozent.“

Bisher fehlt es indes an Inhalten in 4K-Auflösung (auch wenn ein Chip im Fernseher Videos mit niedrigerer Auflösung hochrechnet und so besser aussehen lässt). Auf der CES kündigten daher namhafte Elektronikhersteller, Hollywood-Studios und TV-Anbieter an, eine Allianz zu bilden, um Standards für 4K-Inhalte zu definieren. Zu den Mitgliedern zählen 20th Fox, Warner Bros., Disney, Netflix, Panasonic, Samsung, Sharp und Sony.

Viele Inhalte könnten allerdings von den Nutzern selber kommen: Smartphones und Camcorder haben die nötige Auflösung, um Fotos und Videos auf den großen Bildschirmen glänzen zu lassen. „Die Menschen schaffen ihre eigenen Inhalte“, sagt O'Donovan. „Das war anders, als die ersten HD-Fernseher herauskamen.“

Seite 1:

Verführung im Wohnzimmer

Seite 2:

Quantenpunkte und Smartphone-Systeme

Kommentare zu " Trends von der CES: Verführung im Wohnzimmer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%