Triple Play
Dreisprung ins Wohnzimmer

Web, TV und Telefon verschmelzen. Die Vision vernetzter Kommunikation wird Realität. Marktreife Angebote gibt es bereits auf der Cebit zu sehen.
  • 0

WiWo HANNOVER. Das Ambiente auf der Bühne in der Bonner Telekom-Zentrale sieht aus wie eine Mischung aus Raumschiff Enterprise und deutschem Durchschnittswohnzimmer. Eine Sofagarnitur, ein Tisch, Stühle, ein paar Regale. Mitten drin, vor einem riesigen Multimedia-Flachbildschirm, steht Achim Berg, der Marketingchef der Telekom-Festnetztochter T-Com, und lädt zum Internettrip in den Südpazifik.

"Stellen Sie sich vor, sie planen einen Urlaub auf Bora Bora", sagt Berg und berührt den Monitor. Das angezeigte Mondrian-Gemälde weicht mehreren Symbolen, darunter ein Briefumschlag, ein Telefon und eine Weltkugel. Ein Fingerzeig darauf öffnet den Weg ins Web, bringt eine Weltkarte auf den Schirm. Mit wenigen Handbewegungen auf der druckempfindlichen Oberfläche zoomt sich Berg am Monitor in die Südsee, lässt kurze Videoclips über die Region erscheinen, fragt verfügbare Hotels und die günstigsten Flüge ab. Dann tippt Berg aufs Telefonbuchsymbol, wählt die Handynummer seiner Frau und stimmt die Reisedaten ab. Ein letzter Fingerdruck auf das Briefsymbol und die Buchung geht per E-Mail an Airline und Veranstalter.

Willkommen im Wohnzimmer von morgen: "Hier wachsen - dank Breitband-Internet - alle Formen von Information, Kommunikation und Unterhaltung zusammen", sagt der T-Com-Vorstand und strahlt. Was klingt, wie die vor der Cebit üblichen Marketingphrasen, hat doch das Stadium purer Visionen verlassen. Wenn die weltgrößte IT- und Kommunikationsmesse am 10. März ihre Tore öffnet, werden alle wichtigen Anbieter, ob Telefonanbieter, Internetdienstleister oder Kabelnetzbetreiber, ihre Komplettpakete für den digitalen Dreisprung ins Wohnzimmer präsentieren.

Ebenso die großen PC-Hersteller und Softwareriesen. Sie alle drängen in die vernetzten Wohnstuben, um den letzten großen Wachstumsmarkt zu besetzen. Denn nachdem die Industrie im angestammten Feld der Büroelektronik kaum noch Wachstumspotenziale sieht, nehmen die Großen der Branche nun die Privathaushalte ins Visier: Ob Hewlett-Packard, Intel, Philips, Sony, Cisco oder Microsoft - auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas stellten bereits im Januar alle Großen der Branche Bausteine für die vernetzte Wohnung vor.

Ein Trend mit weit reichenden Folgen: Denn der Boom der Highspeed-Online-Zugänge über DSL-Internetanschlüsse oder aufgerüstete TV-Breitbandkabel wird nicht nur unseren Umgang mit und Konsum von digitalen Medien beeinflussen. Zugleich wird er die seit Jahren zementierten Machtverhältnisse zwischen den einzelnen Anbietern im Markt durcheinander wirbeln. Denn er reißt die einst unüberwindlichen Grenzen zwischen Telefonie, Internet oder Video- oder TV-Übertragungen ein, wenn in Zukunft alle Informationen via Internet übertragen werden. Die ersten Pauschaltarife für Webzugang und Telefonanschluss sind bereits da.

Lesen Sie den vollständigen Artikel bei der Wirtschaftswoche weiter ...

Kommentare zu " Triple Play: Dreisprung ins Wohnzimmer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%