Trotz iPad
Amazons Kindle schlägt Harry Potter

Trotz aller Untergangsprophezeiungen nach der Vorstellung von Apples iPad: Amazons E-Book-Reader Kindle ist so lebendig wie nie. Zum Weihnachtsgeschäft stieß der populärste E-Book-Reader sogar Harry Potter vom Thron der meistverkauften Amazon-Artikel aller Zeiten, denn gegenüber Tablet-PCs hat er immer noch handfeste Vorteile.
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DÜSSELDORF. Zum Weihnachtsgeschäft war Amazons Lesegerät der Renner: Der Kindle - mit UMTS-Funktion und als reines WLAN-Gerät - war nach Konzernangeben der bestverkaufte Artikel zum Weihnachtsgeschäft. Genaue Zahlen nannte der Konzern, wie üblich, nicht. Doch habe das Lesegerät damit den siebten Harry-Potter-Band "Harry Potter and the Deathly Hallows" als bestverkauften Amazon-Artikel aller Zeiten abgelöst, teilte der Online-Händler am Montag mit.

Vor nicht einmal einem Jahr - als Apples iPad an den Start ging - waren sich noch viele Technikjournalisten einig, dass der Kindle und ähnliche Geräte angesichts der Vielseitigkeit der Tablet-PCs auf dem Rückzug sei. Die Lesegräte von Amazon, Sony und anderen können weder Videos abspielen, noch Bilder. Auch Spiele kann man auf den langsamen Schwarz-Weiß-Bildschirmen nicht spielen.

Doch der Kindle hat gegenüber dem iPad einen entscheidenden Vorteil: Die neueste Version ist für nur 139 Dollar zu haben, Apples iPad kostet mindestens 500 Dollar, Samsungs Galaxy Tab ist ohne Handy-Vertrag noch teurer. Amazon-Chef Jeff Bezos bezeichnete den niedrig angesetzten Preis des Kindles als einen Schlüsselfaktor des Erfolgs. Doch es ist nicht der einzige.

Viele Kunden besäßen sogar sowohl E-Book-Reader als auch Tablet-PC, berichtet Bezos. "Sie benutzen ihre Tablet-PCs zum Filme schauen, spielen und Surfen im Web - und ihren Kindle zum Lesen". Denn der Kindle bietet mit seinem passiv beleuchteten Schwarz-Weiß-Bildschirm einige Vorteile gegenüber Tablets: Die Akkulaufzeit schlägt jedes Tablet immer noch um Längen, das Display ist selbst bei strahlendem Sonnenschein noch gut lesbar. Während sich der Kindle daher für einen Strandurlaub eignet, ist das bei iPad und anderen Tablet-PCs nicht der Fall, wie Amazon auch in einem im Netz populären Werbevideo veranschaulichte.

Auch das Lesegefühl des Kindles ist deutlich näher an einem gedruckten Buch als das iPad. Eine Untersuchung der Lesegeschwindigkeit des Ergonomie-Experten Jakob Nielsen kam im Juli 2010 zu dem Schluss, dass die Lesegeschwindigkeit der Probanden bei einem Kindle höher als bei einem iPad ist. Geschlagen geben mussten sich allerdings beide Geräte einem weiteren, deutlich älterem Gerät im Test: dem klassischen Buch.

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