Trump und Twitter
Teile und herrsche

Was Donald Trump denkt, erfährt Amerika zumeist über Twitter. Der designierte US-Präsident setzt dort auf gewohnt scharfe Töne. Damit hat er die US-Konzerne bereits vor seiner Amtsübernahme fest im Griff. Eine Analyse.
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DüsseldorfDonald Trump regelt seine Angelegenheiten am liebsten selbst. Das ist Teil seines wohl gepflegten Images des erfolgreichen Selfmade-Mannes. Auch bei seiner Kommunikationsstrategie setzt der designierte US-Präsident auf die Do-it-Yourself-Strategie. Wer braucht schon Pressesprecher, wenn es Twitter gibt?

Die Methode ist nicht neu für den Republikaner. Schon im Wahlkampf setzte Trump auf den Kanal. Politische Forderungen, Kritik oder das Abwatschen von Konkurrenten und Journalisten – alles verpackt in 140 Zeichen. Damit war dem Kandidaten die Aufmerksamkeit sicher. Kaum war ein Tweet abgesetzt, sprach Amerika und oft auch der Rest der Welt über dessen Inhalt.

Twitter ist für Trump äußerst praktisch: Die Zielgruppe für seine Inhalte findet sich von selbst – ganz ohne Pressekonferenz, Mitteilung oder die Zuarbeit von Journalisten. Am 20. Januar wird Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Und wer dachte, dass sich der Republikaner ganz präsidial von Twitter verabschieden und verhaltenere Töne anschlagen würde, der hat sich getäuscht. Donald Trump verschont keinen – und das in einem Sprachduktus, der an Wahlkampfzeiten erinnert. Das kann gerade für Unternehmen gefährlich werden.

„America first“ ist eines von Trumps zentralen Wahlkampfversprechen: US-Unternehmen, die ihre Produktion ins Ausland verlegen und damit amerikanische Arbeitsplätze vernichten, passen da natürlich nicht in das Programm des gewählten Präsidenten. Schon im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, diese Unternehmen mit höheren Steuern zu bestrafen. Wie sich jetzt zeigt: Die Tweets waren kein reiner Wahlkampf sondern durchaus ernst gemeint.

Am Dienstag richtete Trump eine Botschaft an den Autobauer General Motors: „General Motors schickt in Mexiko gefertigte Modelle des Chevy Cruz steuerfrei über die Grenze zu US-Händlern. Produziert in den USA oder zahlt hohe Einfuhrsteuern!“

Der präsidiale Tweet zeigte Wirkung, so scheint es zumindest. Konkurrent Ford verkündete wenige Stunden nach der Ankündigung, dass man auf ein neues Werk in Mexiko verzichten werde. Pläne für eine 1,6 Milliarden Dollar teure Fabrik seien gestoppt worden, stattdessen sollen nun 700 Millionen Dollar in eine bestehende Fertigungsstätte in Michigan investiert werden. Daraus entstünden 700 neue Jobs.

Einen Bezug zu den Äußerungen Trumps stellte das Unternehmen allerdings nicht her und will auch weiter an der Produktion in Mexiko festhalten. So soll die neue Generation des Focus in einem bereits bestehenden Werk in Hermosillo produziert werden. Dennoch scheint Trump die Äußerung als Sieg zu verbuchen: Via Twitter teilte er einen Bericht des US-Senders „Fox News“, nachdem sich Ford Donald Trumps Politik füge.

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