TV-Hersteller
Letzte Hoffnung Olympia

Der TV-Markt kämpft trotz technischer Verbesserungen mit einem Umsatzrückgang. Große Sportereignisse können solche Entwicklungen abmildern, doch die fehlen in diesem Jahr. Die Hoffnungen ruhen nun auf Olympia 2012.

BerlinVerglichen mit den Auftritten der Japaner präsentiert sich „Made in Germany“ geradezu bescheiden: Ob Sony oder Panasonic, in ihren Hallen auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin hängen Dutzende von Flachbildschirmen, fast bis zur Decke. Der deutsche TV-Hersteller Metz dagegen logiert auf einem Viertel der Fläche am anderen Ende des Messegeländes: keine gleißenden Lichter, keine laute Musik, nur ein paar Displays, Kataloge - das war's.

Solide und verlässlich, so will Metz seine Premiummarke verstanden wissen. Der Mittelständler ist neben Loewe und Technisat einer der letzten deutschen TV-Hersteller - und hat es derzeit wie alle Geräteproduzenten ziemlich schwer, gute Zahlen zu präsentieren.

Zwar steigt der Absatz in Deutschland, von neun Millionen im vergangenen Jahr auf geschätzte 9,4 Millionen in diesem. Doch die Umsätze sinken und drücken auf die Gewinne. Nach Berechnungen des Branchenverbands Bitkom bezahlte der Kunde in Deutschland 2008 durchschnittlich 830 Euro für einen Flachbildfernseher. 2011 sind es - trotz besserer Ausstattung, mit der sich die Hersteller eigentlich gegen den Preisverfall stemmen wollen - 609 Euro. „Der Preis dient zu oft als Marketinginstrument“, sagte Sharp-Manager Herman Karabetyan.

Metz hat seinen Umsatz zwar steigern können, um drei Prozent auf 132 Millionen Euro. Aber: „Damit sind wir nicht zufrieden“, sagte Metz-Geschäftsführer Norbert Kotzbauer auf der Ifa. Auch im ersten Halbjahr 2011 sei Metz hinter seinen Zielen zurückgeblieben. Zur Ertragslage äußert sich das Familienunternehmen traditionell nicht.

Für viele Hersteller von TV-Geräten ist der Preisverfall ruinös - zumal im restlichen Europa auch der Absatz sinkt. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung sackte im ersten Halbjahr 2011 der Umsatz im westeuropäischen TV-Markt im Vorjahresvergleich um 14 Prozent ab. Fehlende Impulse durch Top-Sportereignisse und die Euro-Krise gelten als Gründe. Die Frauen-Fußball-WM im Sommer hat keine großen Zuwächse gebracht.

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