TV-Hersteller will deutlich wachsen
LCD-Fernseher bescheren Metz starkes Plus

Der Fernsehgeräte-Hersteller Metz rechnet wegen des Flachbildschirm-Booms im laufenden Jahr mit einem Umsatzsprung. Das vergangene Jahr war bei dem neben Loewe letzten deutschen TV-Hersteller allerdings nicht ganz so ruhmreich.

HB BERLIN. Das Unternehmen aus Zirndorf bei Nürnberg will in diesem Jahr beim Umsatz um 23 Prozent zulegen, kündige Norbert Kotzbauer, Geschäftsführer der Metz-Werke GmbH & Co. KG, am Freitag auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin an. "Der Markt wird im Gesamtjahr etwa 23 Prozent wachsen, das ist auch die Zielgröße für Metz", sagte Kotzbauer. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz um sechs Prozent auf 103 Mill. Euro gesunken. Das Unternehmen habe erst in den letzten vier Monaten LCD-Geräte anbieten können, was nicht mehr zum Ausgleich für die Vormonate gereicht habe. Das inhabergeführte Unternehmen macht keine Angaben zum Ergebnis.

Metz setze nun vor allem auf große und aufwändige LCD-Fernseher, die auch nachträglich mit dem hochauflösenden Standard HDTV ausrüstbar seien. Man werde in den kommenden Jahren aber auch weiterhin Röhrengeräte produzieren. "Es gibt keinen Auslaufzeitpunkt. Wir werden auf den Markt reagieren", sagte Kotzbauer. In diesem Jahr sollen schätzungsweise 2,7 Mill. Röhrengeräte bundesweit nachgefragt werden, was für ein weiterhin große Interesse spreche, meinte der Geschäftsführer. Metz vertreibt seine Produkte über den Fachhandel. Am fränkischen Standort Zirndorf werden Fernsehgeräte, DVD-Recorder, Foto-Blitzgeräte und Kunststoffteile für die Unterhaltungs- und Autoindustrie hergestellt.

Das Familienunternehmen halte an seinem Fertigungsstandort in Zirndorf nahe Nürnberg fest, in dem es im vergangenen Jahr eine LCD-Linie integriert hat. "Wir produzieren weiterhin am Absatzmarkt und der ist in Deutschland", sagte Kotzbauer. Das Unternehmen mit 730 Mitarbeitern habe einen Exportanteil von rund neun Prozent. Es werde vorrangig an das europäische Ausland geliefert. Metz werde auch künftig nicht über den Preis, sondern über die Leistung konkurrieren, erklärte Kotzbauer. Die Unterhaltungselektronik hat einen Anteil von 83 Prozent am Umsatz, acht Prozent entfallen auf Blitzgeräte und neun Prozent auf die Kunststofftechnik.

Metz ist neben Loewe der letzte deutsche TV-Hersteller. Einst große Namen der Unterhaltungsindustrie wie Grundig, Schneider, Telefunken und AEG sind verschwunden oder dienen internationalen Großkonzernen als Markenhülsen.

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