TV im Internet

Schwedische Firma plant deutsche Fernseh-Revolution

Das Internet hat das Fernsehgeschäft bisher bemerkenswert wenig verändert. Das hat ein neuer Anbieter aus Schweden jetzt vor zu ändern. Mit ihm sollen deutsches Fernsehen bald personalisiert ins Internet kommen.
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Mit dem Fernseher ins Internet - das ist bisher die Trendrichtung. Der schwedische Anbieter Magine will jetzt in Deutschland das Fernsehen ins Internet bringen. Programm und Werbung sollen dabei Stück für Stück personalisiert werden. Quelle: dpa

Mit dem Fernseher ins Internet - das ist bisher die Trendrichtung. Der schwedische Anbieter Magine will jetzt in Deutschland das Fernsehen ins Internet bringen. Programm und Werbung sollen dabei Stück für Stück personalisiert werden.

(Foto: dpa)

BerlinDie schwedische Firma Magine setzt zusammen mit den Fernsehsendern zu einer Revolution auf dem deutschen TV-Markt an. Magine verbreitet die wichtigsten TV-Programme kostenlos über das Internet. Dem Zuschauer soll der Online-Weg Vorteile wie zeitversetztes Fernsehen aus der Cloud und eine bessere Bedienung per App bringen. Zugleich könnte mit der Zeit die Werbung im TV-Programm personalisiert werden, sagte Magine-Chef Mattias Hjelmstedt der dpa.

Das neue Angebot hat das Potenzial, das Geschäft auf verschiedenen Ebenen umzukrempeln. Mit der Möglichkeit, Sendungen nachträglich zum Teil auch Tage später abzurufen, können in vielen Haushalten Festplatten-Rekorder überflüssig werden. Die personalisierte Werbung, an der Magine laut Hjelmstedt arbeitet, böte Sendern die Chance, in den selben Werbepausen zum Beispiel Familien und Singles unterschiedliche Clips zu zeigen.

Wie das Internet auf den Fernseher kommt
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Mit dem Internet Player von Sony können Zuschauer Filme und Videos aus dem Netz auf ihren Fernseher holen.

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Sony liefert die Box mit einer Fernbedienung aus, die die Steuerung wesentlich erleichtern soll.

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Bedienung wie auf dem Smartphone: Die Fernbedienung hat ein Touchpad, mit dem sich beispielsweise der Mauszeiger steuern lässt.

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Sony hat die Rückseite der Fernbedienung mit einer vollwertigen Tastatur bestückt, auf der man mit den Daumen bequem tippen kann.

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An den Fernseher wird die Box per HDMI angeschlossen – das nötige Kabel liefert Sony allerdings nicht mit.

Am größten könnten die Veränderungen jedoch für Kabelanbieter sein, denn Magine verspricht gute Bildqualität schon bei weit verbreiteten Internet-Geschwindigkeiten. So sei für das Bild in Standard-Auflösung schon eine Bandbreite von 1,5 Megabit pro Sekunde ausreichen, sagt Hjelmstedt. HD-Qualität bekäme man mit vier Megabit pro Sekunde. Gut ein Drittel der bisherigen Kunden nutze Magine bereits auf ihren Fernsehern statt nur auf mobilen Geräten unterwegs. In der Zukunft solle für Bilder in vierfacher Ultra-HD-Auflösung eine Leitung mit 10 Megabit pro Sekunde reichen.

Zusätzlich zum Gratis-Angebot kann ein Paket mit fünf Kinderprogrammen für 4,99 Euro im Monat hinzugebucht werden, wie Magine am Donnerstag mitteilte. Die Funktion für zeitversetztes Fernsehen steht zunächst nur für ein Dutzend Sender aus der zweiten Reihe und aus dem Kinder-Paket zur Verfügung. In Kürze solle sie aber auf weitere Programme ausgeweitet werden.

Mit Magine können die TV-Programme über das Internet auf Smartphone, Tablet, Computer - oder auch einem Fernseher mit Online-Zugang angesehen werden. Die schwedische Firma hat durch die Partnerschaft mit deutschen TV-Sendern ein breiteres Gratis-Angebot als andere Anbieter. So sind beim Konkurrenten Zattoo die Privat-Sender in einem kostenpflichtigen Paket untergebracht und der Rivale Couchfunk bietet sie in einer Testphase bisher nicht an.

„Die größte Angst in der TV-Industrie ist, dass die etablierten Geschäftsmodelle vom Internet zerrieben werden“, betonte Hjelmstedt. Magine habe die Sender erst überzeugen müssen, dass man ihr Geschäft in die neue Ära mitnehme statt es ihnen wegnehmen zu wollen. „Letztlich geht es um das gesamte Ökosystem, Sender, Rechteinhaber, Verwertungsgesellschaften.“ So liege die Entscheidung, ob man Werbung vorspulen kann, beim Sender. Es gehe insgesamt um ein Experiment im Branchenformat: „Deutschland ist das erste Land, in dem wir ein komplettes Programmangebot über unsere Plattform übertragen können.“

  • dpa
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