TV, Internet und Telefon
Mit dem Dreierpack auf Kundenfang

BT kauft Fernsehprogramme, BSkyB übernimmt einen Internet-Zugangsanbieter und der Fernsehsender ITV schielt nach Internet-Portalen: Auf dem britischen Medien- und Telekommarkt werden die Karten neu gemischt. Was vor zehn Jahren als „Konvergenz“ in aller Munde war, heißt heute „Triple Play“:

LONDON. Fernsehen, Telefon und Internet aus einer Hand. Breitband-Kommunikationsnetze im Internet-Standard IP führen Märkte zusammen, sorgen aber auch für neue Konkurrenzverhältnisse.

„Wenn das Angebot attraktiv ist, werden die Briten bereit sein, mehr für die Mediennutzung zu Hause auszugeben“, sagt Tim Johnson, Breitband-Experte des Beratungsunternehmens Point Topic. „Das wird zu Lasten von Kinos, Sport- und Konzertveranstaltern und des Video- und DVD-Marktes gehen.“

Eine neue Programmflut mit Dutzenden von Kanälen im Abonnement plus hunderten von Nischenprogrammen über das Internet plus tausenden von Filmen zum Einzelabruf wird Kern der Triple-Play-Angebote sein, sagen Experten. Telefonate und der reine Internetzugang würden bald als Basisleistung im monatlichen Preis enthalten sein.

Ein Vorteil des britischen Marktes sei, dass die Zuschauer seit langem für Programmvielfalt bezahlen müssten, sagt Jonathan Gilbanks, Vizepräsident des auf Medien und Telekom spezialisierten Finanzinvestors GMT. „In Deutschland haben ja alle 30 kostenlose Kanäle, hier waren es nur fünf“, sagt er. Das hat sich mit dem per Antenne zu empfangenden Digital-TV-Paket „Freeview“ geändert. Mehr als 30 kostenlose Programme, unter anderem von BBC, BSkyB und ITV, haben schon über fünf Millionen Haushalte angelockt. Das Angebot reicht von rüder Comedy wie „Little Britain“ bis zu hochwertigen Dokumentationen.

Das ist eine Herausforderung für BSkyB. Der Satelliten-TV-Betreiber war lange dank Sportübertragungen und Top-Spielfilmen erste Wahl für alle, denen die Grundversorgung nicht reichte. 7,8 Millionen Kunden hat der Ableger von Rupert Murdochs Medienreich gewonnen, doch nun sieht er sich gezwungen, sein Geschäftsmodell zum „Triple Play“ zu erweitern. Für 211 Mill. Pfund – fast 3 000 Euro je Kunde – kaufte er den Internet-Zugangsanbieter Easynet, um seinen Kunden zusätzlich Internet und Telefon anzubieten. Massentaugliche Programme kämen weiter über Satellit, Nischenangebote übers Internet, so ein Sprecher. Ab 2007 komme beides über den aufgerüsteten Sky-Decoder.

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