TV mit Internet
Privatsender kehren auf Ifa zurück

Nach einem starkem ersten Halbjahr geht die Konsumelektronik in die Berliner Messewoche. Nach zehn Jahren Abstinenz wird dieses Jahr auch wieder ein Privatsender mit eigenem Studio auf der Ifa vertreten sein. Ein Grund hierfür ist die zunehmende Abhängigkeit der Medieninhalte von den Endgeräten.

DÜSSELDORF. Der zum Marktführer RTL gehörende Nachrichtensender N-TV wird in diesem Jahr mit einem eigenen Studio von der Funkausstellung berichten. Das ist der erste Auftritt eines Privatsenders auf der Ifa mit eigenem Studio seit über zehn Jahren. In den 90er-Jahren hatten sie angesichts der Dominanz der öffentlich-rechtlichen Kanäle ARD und ZDF, die traditionell die großen Shows bestreiten, die Berliner Messe verlassen und sich auf Routineberichte beschränkt.

Doch jetzt sind sie wieder zurück, und N-TV wird auch für die Mutter RTL Material liefern, bestätigte N-TV-Marketingleiter Christoph Hammerschmidt dem Handelsblatt. „Die Privatsender sehen wieder den Nachrichtenwert der Ifa“, sagt Fachjournalist Ulrich von Löhneysen, der seit fast 20 Jahren auf der Messe die Elektronikbranche analysiert. Zudem sei die Rückkehr ein wichtiger Schritt für die Messe selber, um weiter zu wachsen.

„Die Inhalte waren noch nie so abhängig von den Endgeräten wie heute“, sagt Ifa-Chef Jens Heithecker als Begründung für das neue Interesse der TV- und Internetanbieter an der Elektronikmesse. In der Tat gehen die Zeiten zuende, in denen ein Verbraucher nur einen CD-Spieler benötigte, um alle Musik anhören zu können. Heute wetteifern verschiedene Techniken und Kopierschutzverfahren um die Marktherrschaft, kämpft Apple gegen Microsoft, laufen Videos nur auf bestimmten Playern, und der zermürbende und verunsichernde Kampf der beiden Videoformate Blu-Ray und HD-DVD ist gerade erst beendet worden.

In viele TV-Geräte der Saison 2009 werden spezielle Internet-Module Einzug halten. Vorreiter war Sony Anfang 2007 mit seinem Bravia Internet-Link. Die neuen Module bieten Zugang zu ausgewählten Web-Diensten wie Yahoo, AOL oder – beim Bravia – zum Sony-Videodienst Grouper. Samsung will TV-Geräte mit fest eingebauten Web-Funktionen von Yahoo (Widget-Engine) und Werbepartnern anbieten, darunter Nachrichten- und Börsendienste. Den Yahoo-Börsenticker wird man dann unabhängig vom eingestellten TV-Kanal zusätzlich abrufen können. Es geht dabei nicht nur um die Zuschauer, es geht vor allem um die Werbeeinnahmen der Zukunft.

Der interaktive Nachrichtenservice N-TV Plus ist die Antwort der Kölner auf diesen Trend. „Als Nachrichtenhaus setzen wir uns mit allen Plattformen auseinander. Wir wollen unsere Zuschauer über alle Endgeräte erreichen“, sagt Marketingleiter Hammerschmidt. Und Yahoo- und Google-News fernhalten.

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