Überwachungsbranche
Milliardengeschäft mit Kameras

Der Einzelhandel erhofft sich durch mehr Überwachung sinkende Einnahmenverluste durch Diebstahl. Das freut auch die Branche, die Überwachungsanlagen produziert. Für sie ist es ein Milliardengeschäft.
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DüsseldorfVideoüberwachung ist ein attraktiver, wachsender Markt. Mittelständler und Großkonzerne, freiberufliche Ladendetektive und IT-Ingenieure verdienen damit ihr Geld. Allein der Markt für die Videoanlagen wird sich nach Einschätzung der Marktforscher von Markets and Markets bis 2016 auf etwa 25 Milliarden Dollar weltweit verdoppeln. Auch deutsche Konzerne verdienen mit.

Längst ist die Überwachungstechnik keine Domäne mehr von Kriminalitätsschwerpunkten in den USA oder der kameragespickten Londoner City. In Deutschland wuchs allein der Umsatz mit Technik für Vi-deoüberwachung im Jahr 2011 nach Zahlen des Branchenverbands BHE um vier Prozent auf 391 Millionen Euro. 2008 waren es erst 260 Millionen Euro.

Nicht nur die großen Hersteller verdienen mit. „Viele Firmen beauftragen mittelständische Anbieter vor Ort mit dem Aufbau der Anlagen“, sagt Urban Brauer, Geschäftsführer des Bundesverbands der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen.

Hinzu kommen Ausgaben für Sicherheitsunternehmen. 3.500 Menschen arbeiten nach einer Schätzung des Branchenverbands BDSW als Ladendetektive. Neben freiberuflichen Einzelkämpfern gibt es Komplettlösungen von großen Dienstleistern wie Kötter und Securitas.

Securitas etwa bietet Händlern an, Videokameras aus mehreren Filialen zentral zu beobachten. Zugleich werden die Bilder gut sichtbar in den Filialen als Abschreckung gezeigt. Dabei nutzt Securitas Bildschirme im Eingangsbereich.

Die Angebote, die auch die Überwachung ganzer Firmen, Flughäfen und Eigenheime umfassen, zahlen sich aus. Securitas beziffert seinen Marktanteil weltweit auf 14 Prozent, in Deutschland auf elf Prozent. Allein 2011 ist der schwedische Weltkonzern um drei Prozent auf umgerechnet 7,1 Milliarden Euro gewachen, die operative Marge lag bei 5,3 Prozent. Der deutsche Konkurrent Kötter, der ähnliche Leistungen anbietet, kam im vergangenen Jahr auf 355 Millionen Euro Umsatz mit 15.100 Mitarbeitern.

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