Ultra-HD-TV
Große Glotze, fade Filme

Fernseher mit Ultra-HD zeigen brillante Bilder, doch es mangelt an passenden Filmen und Sendungen. Auf der IFA zeigt die Technologiebranche, wie sie den Engpass beseitigen will. Das dürfte aber noch dauern.
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BerlinBewerbungsgespräche sind selten ein Vergnügen. Erst recht, wenn im Hintergrund des potenziellen Chefs ein Meteorit auf die Erde kracht. Einen solchen Schock erlebten vier Bewerber, als sie sich beim Elektronikriesen LG vorstellten. Der herunterstürzende Himmelskörper war indes nicht echt, sondern auf einem Fernseher an der Wand zu sehen, der einem Fenster täuschend ähnlich sah.

Ob die Szene gespielt oder echt ist – die Botschaft, die jetzt per Werbeclip verbreitet wird, lautet: Dank der neuen Ultra-HD-Technik ist das TV-Bild ist so realistisch wie nie.

Ultra-HD, auch als 4K bekannt, ist dieser Tage eines der Trendthemen auf der Elektronikmesse IFA. Fast alle TV-Hersteller haben Geräte mit der neuen Technologie entwickelt, die vier Mal so detaillierte Bilder darstellen kann wie das heute gängige HD. Bei den Demonstrationen an den Ständen ist der Unterschied sichtbar: Mit jedem Schritt, den man näher rückt, erscheinen auf dem Bildschirm mehr Details, fast wie im echten Leben.

Wer sich einen der neuen Super-Fernseher ins Wohnzimmer stellt, wird jedoch von diesem Effekt nicht so viel sehen. Denn bislang werden noch wenige Filme und Sendungen in Ultra-HD produziert, auch die Übertragung der Inhalte ist derzeit schwierig bis unmöglich.

„Die Gerätehersteller wollen auf der Messe die Fähigkeiten der Displays demonstrieren“, sagt Stephan Heimbecher vom Bezahlsender Sky Deutschland. „Aber die Frage ist: Wie bekommen wir die UHD-Inhalte in dieser Qualität und wirtschaftlich sinnvoll zu den Kunden?“ Es dürfte noch einige Zeit dauern, bis die TV-Branche diesen Engpass beseitigt hat.

Die Produktion von Ultra-HD-Inhalten beginnt nicht bei null. Zum einen könnten analoge Aufnahmen von hoher Qualität im neuen Standard digitalisiert werden, sagt Klaus Böhm, Medienexperte von der Unternehmensberatung Deloitte – etwa viele Filmrollen der Hollywood-Studios. Zum anderen würden bereits Blockbuster und einige hochwertige Dokumentationen in Ultra-HD produziert – „mit diesen Produktionen will man ja auch in 20 Jahren noch Geld verdienen.“

Doch damit lässt sich momentan nur ein Bruchteil der Sendezeit füllen. Die Produzenten müssen daher ihre Technik kostspielig aufrüsten, von den Kameras über die Bearbeitungssoftware bis zum digitalen Archiv. Böhm hält es aber nur für eine Frage der Zeit, bis die meisten Firmen so weit sind: „Wer als Produzent investieren will, kommt zwangsläufig nicht an Ultra-HD vorbei. Das Equipment ist vorhanden.“ Allerdings ist es auch nicht billig.

Kommentare zu " Ultra-HD-TV: Große Glotze, fade Filme"

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  • Eben, das ist ja auch nicht besser, was so auf DVD und BR zu haben ist... ein Buch liest man oft zwei- oder dreimal, 99% der erhältlichen Filme nicht mal bis zum Ende!

  • "Was da über das TV flimmert, ist schon eine Zumutung ohne Ende!"

    Stimmt, DAFÜR bräuchte man sowas sicher nicht! Aber es gibt ja noch DVD & Co. (:

  • 65 Zoll (165 cm)? Ach Du meine Güte! Da dreht sich ja das ganze Wohnzimmer nur noch um die Glotze!
    Sorry, aber in meinem Wohnraum stehen an die tausend Bücher (so richtige aus Papier, in denen man bei einem Glas Wein und guter Musik schmökern kann), hängen Bilder an der Wand und die Glotze steht klein und mickrig in Form eines 19"-Gerätes in einer Ecke, was völlig reicht.

    Dieser "immer breiter"-Trend samt der Dominanz über den Wohnraum bei den TV-Geräten hat was von der Verehrung des Goldenen Kalbes. Erschreckend!

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