Umsatzeinbrüche gebremst
Illegaler Musikdownload geht zurück

Die deutsche Musikbranche setzt nach jahrelangen drastischen Einbußen erstmals wieder auf ein stabiles Geschäft. Der Höhenflug heimischer Bands und starke Zuwächse bei DVDs ließ den Umsatz 2004 nur noch um 3,6 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro sinken, wie die deutschen Phonoverbände am Mittwoch mitteilten.

dpa BERLIN. Im Vorjahr war noch ein Minus von 20 Prozent verbucht worden. Für 2006 rechnet die Branche mit einem leichten Umsatzplus. Angesichts einer verschärften juristischen Verfolgung nahm das Herunterladen von Liedern aus Internet-Tauschbörsen von über 600 Mill. Titeln auf nun noch 382 Mill. Titel ab. Zu schaffen machen der Branche aber weiter massenhafte CD-Kopien. Sie machten eine neue Rekordkapazität von 397 Mill. Stück aus, wobei zusehends DVDs mit größerer Speicherfähigkeit genutzt würden.

Nach dem Verlust von gut 40 Prozent des Marktes seit 1997 sehe die Musikindustrie wieder Land, sagte der Vorsitzende der Phonoverbände, Gerd Gebhardt. Im Dezember und Januar habe der Umsatz sogar zugelegt. Im vergangenen Jahr sank der Absatz nur noch um 2,6 Prozent auf 178,5 Mill. Tonträger, wobei CD-Alben als wichtigste Säule erstmals seit 1999 mit rund 133 Mill. Stück nicht weiter verloren. Musik- Dvds legten auf zehn Mill. Stück zu (Vorjahr: 7,9 Millionen). Etabliert habe sich ein legaler Internet-Markt, über den Titel im Wert von zehn Mill. Euro abgesetzt wurden. Der Internet-Anteil am Gesamtmarkt von noch 0,7 Prozent solle sich rasch vergrößern.

Trotz großer Charterfolge seien deutsche Titel im Radio aber seltener zu hören, hieß es. Scharf kritisierte die Branche die „Ignoranz“ der deutschen Radios gegenüber heimischen Produktionen. Unter den 25 meistverkauften Alben seien im vergangenen Jahr zehn CDs deutscher Künstler gewesen, unter den 25 meistgespielten Titeln im Hörfunk aber nur zwei. Der Anteil deutscher Produktionen sank laut einer Studie im Auftrag der Branche bei den Öffentlich-Rechtlichen von 49 Prozent im Jahr 2001/2 002 auf 25,6 Prozent, bei den Privaten von 23,2 Prozent auf 19,1 Prozent.

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