Umsatzrückgang um 0,4 Prozent
Illegale Downloads treffen Musikbranche erneut

Die deutsche Musikwirtschaft hat die erhoffte Trendwende im vergangenen Jahr verpasst und erneut Umsatzrückgänge verbucht.

HB BERLIN. Illegale Musikangebote im Internet seien immer noch das Hauptproblem der Branche, teilten die Branche am Dienstag in Berlin mit. Die Industrie schätzt, dass Musikalben und Songs im Wert von rund sechs Mrd. Euro illegal aus dem Netz kopiert wurden. Hoffnungsvoll stimme das starke Wachstum der legalen Musik-Downloads. Ein Ende der Moll-Stimmung in der Branche sei aber auch für 2006 nicht zu erwarten. Der Gesetzgeber müsse schärfere Instrumente gegen Produktpiraten bereitstellen.

Der Gesamtumsatz sank im vergangenen Jahr nach Angaben der Deutschen Phonowirtschaft um 0,4 Prozent auf 1,746 Mrd. Euro. Die Umsätze der von den drei Einzelverbänden direkt erfassten Firmen schrumpften um 4,6 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro. Die Branche hatte für 2005 auf eine stabile Entwicklung gehofft. 2004 war der Umsatz um 3,6 Prozent gesunken.

„Leider war auch 2005 noch kein Jahr der Trendwende für den deutschen Phonomarkt“, sagte Verbandschef Michael Haentjes. Von Umsatzzuwächsen sei die Branche noch weit entfernt. Immerhin gehörten die massiven Umsatzeinbrüche der Jahre 2000 bis 2003 nun wohl endgültig der Vergangenheit an. Im laufenden Jahr erwarten die Produzenten keine Verbesserung der Lage. Die ersten beiden Monate des Jahres seien „nicht gerade sehr gut gewesen“, sagte Haentjes. Die Rahmenbedingungen blieben schwierig.

Positiv verlief dagegen der legale Musikvertrieb über das Internet. Die Zahl der verkauften Downloads sei 2005 um mehr als das Doppelte auf 16,4 Millionen einzelne Musikstücke gestiegen von 6,4 Millionen im Jahr zuvor. Komplette Alben seien 1,3 Millionen Mal heruntergeladen worden nach 300 000 im Jahr 2004.

„Das Hauptproblem sind private Vervielfältigungen“, sagte der Geschäftsführer der Phonoverbände, Peter Zombik. Während der Absatz an Tonträgern 2005 um gut zehn Prozent zurückgegangen sei, hätten illegale Kopien weiter zugelegt. Aus illegalen Internetquellen seien 419 Millionen Musikstücke heruntergeladen worden nach 383 Millionen im Vorjahr. Den Umsatzwert der Raubkopien bezifferte Zombik auf rund sechs Mrd. Euro. Er forderte deshalb erneut schärfere Gesetze gegen die Musikpiraterie. Der Entwurf des neuen Urheberrechts sei unbefriedigend, sagte Zombik. Zulässig solle nur noch die Kopie von eigenen Original-Datenträgern sein. Außerdem drängt der Verband auf schärfere Instrumente im Kampf gegen Produktpiraten. So solle bei der Verfolgung illegaler Angebote ein Auskunftsanspruch gegenüber den Internet-Providern durchgesetzt werden.

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