Umsatzsteigerung durch innovative Anwendungen steigern
Amazon wirbt um Software-Entwickler

Das amerikanische Internet-Kaufhaus Amazon will Software-Entwickler jetzt auch in Deutschland dazu bringen, auf Basis der Plattform des Online-Shops neue Anwendungen zu programmieren

MÜNCHEN. . Seit gestern können sich Spezialisten Inhalte und Features der Amazon.de-Seite auf den eigenen Computer herunterladen, um auf dieser Basis innovative Angebote zu schaffen. Von den so entstehenden neuen Anwendungen sollen Entwickler, Websites und Amazon gleichermaßen profitieren.

Dem größten Online-Kaufhaus der Welt geht es mit der neuen Initiative vor allem darum, den eigenen Umsatz zu steigern. Dazu gehen die Amerikaner schon länger ungewöhnliche Wege: So sind die Amazon-Angebote nicht nur auf der eigenen Homepage zu bekommen, sondern auch auf etwa einer Million anderer Seiten im Internet. Dazu hat die US-Firma ein Partnerprogramm gestartet. Für jedes Buch und jeden Kochtopf, der via Amazon verkauft wird, bekommt der Inhaber der Website bis zu 15 % des Nettopreises.

Jetzt geht der amerikanische Online-Pionier noch einen Schritt weiter. Nun bekommen Software- Entwickler übers Internet kostenlos ein ganzes Sortiment an Werkzeugen, mit denen sie die Features der Amazon-Seite weiter entwickeln können. „Damit können Dritte gutes Geld verdienen“, betont der für das neue Angebot zuständige Manager Colin Bryar.

Preise bei Amazon ändern sich schnell

So könnten Software-Experten die von ihnen entwickelten Anwendungen an die Betreiber von Websites verkaufen. Diese wiederum hätten so die Möglichkeit, sich von anderen Seiten durch neue Features abzuheben. Das neue Angebot beinhaltet auch den Zugriff auf ständig aktualisierte Daten. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil sich die Preise bei Amazon schnell ändern, die Hitlisten der meist verkauften Produkte laufend aktualisiert werden und jede Minute neue Rezensionen der Käufer hinzu kommen

.

In Amerika startete die Initiative bereits vor einem Jahr. Seitdem haben sich nach Angaben von Bryar mehr als 30 000 Entwickler registriert. Aus deren Arbeit seien viele innovative Lösungen entstanden. Dazu zähle unter anderem eine Software, mit der auch Laien Websites bauen können, auf denen sich die Amazon-Produkte verkaufen lassen.

Zusammen mit dem Angebot des US-Auktionshauses Ebay gehört die Seite von Amazon zu den meistbesuchten Online-Einkaufsseiten weltweit. Auch in Deutschland liegen die beiden amerikanischen Firmen in der Gunst der Käufer weit vor den Seiten nationaler Wettbewerber wie Otto, Tchibo oder Quelle. Angaben zum Umsatz und Gewinn hier zu Lande macht Amazon allerdings nicht. Das gerade zu Ende gegangene zweite Quartal sei aber „gut gelaufen“, betont Deutschland-Chef Ralf Kleber.

Amazon hat sein Geschäft als Buchhändler begonnen, verkauft inzwischen aber auch Haushalts- und Küchengeräte, Software und Spielzeug. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge 33 Millionen aktive Kunden. Im ersten Quartal des Jahres kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel auf knapp 1,1 Mrd. $. Der Verlust fiel dagegen um 13 Mill. $ auf 10 Mill. $. Für das gesamte Jahr erwartet Amazon einen Gewinn von 275 Mill. $.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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