Umzug nach Köln
Game over für die Games Convention

Die Diskussion um den Standort der Games Convention (GC) schwelte fast so lange wie es die Computerspielemesse gab. Je erfolgreicher die Leipziger Veranstaltung wurde, desto lauter buhlten andere Messestandorte um die GC. Diesem Werben hat der Branchenverband BIU nun nachgegeben.

dpa LEIPZIG. Nun ist es amtlich: Am Montag verkündete der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) offiziell, was seit Wochen als Gerücht durch die Presse geisterte: Die Branchenmesse findet von 2009 an als Gamescom in Köln statt. Game over für die Games Convention am traditionsreichen Messestandort Leipzig.

„Die Entscheidung für Köln ist eine Entscheidung für Deutschland und nicht gegen Leipzig“, verkündete BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters in Berlin. Die Mitgliedsunternehmen sahen in Leipzig keine Wachstumsperspektive mehr. So sei die Besucherzahl 2007 nur noch um ein Prozent auf 185 000 gestiegen. Als weitere Schwachpunkte nannte der BIU die geringen Hotelkapazitäten und eine „unterdurchschnittliche Anbindung“ an das internationale Luftverkehrsnetz.

Die Enttäuschung in Leipzig ist groß. Mancher Politiker sieht auch ein verheerendes Signal für den Standort Ostdeutschland. „Die Verlagerung der Games Convention konterkariert sämtliche Bemühungen zum Aufbau Ost“, sagte der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe. Dem Bundeswirtschaftsminister dürfe es nicht egal sein, wenn eine wichtige Messe von Leipzig fortziehe.

Dabei haben die Leipziger fast alles versucht, sich die Gunst der Branche zu bewahren. So organisierten sie für die diesjährige GC (21. bis 24. August) zahlreiche Charterflüge zu europäischen Drehkreuzen. Zuletzt waren sie sogar bereit, die Messe an einem anderen Standort auszurichten. Nur den Namen wollten sie nicht hergeben.

Schließlich hatte die Leipziger Messe die GC 2002 in enger Partnerschaft mit der interaktiven Unterhaltungsindustrie ins Leben gerufen, als niemand die Branche ernst nahm und sie eher ein Stiefkind auf der Cebit Hannover oder der Spielwarenmesse Nürnberg war. Mit der GC wurde ein Umfeld geschaffen, in dem sich die Industrie in ganz neuem Rahmen präsentieren und ihr „Schmuddelimage“ ablegen konnte.

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