Unesco-Konferenz
Google fordert den globalen Datenschutz

Bisher war Google eher als „Datenkrake“ verschrien. Doch das Image als Datensammler kratzt an dem kalifornischen Konzern, dessen selbst gewähltes Motto „Do no evil“ („Tu nichts Böses“) lautet. Auf einer Unesco-Koferenz fordert der Suchmaschinenriese daher nun globale Regeln für den Datenschutz.

HB STRASSBURG. „Dreiviertel aller Länder weltweit haben bislang überhaupt keine Datenschutzregeln“, sagte Google-Manager Peter Fleischer am Freitag auf einer Konferenz der Uno-Kulturorganisation Unesco in Straßburg zum Thema „Internet-Ethik“. Die bisherigen Richtlinien in Europa und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stammten fast alle aus einer Zeit, als das Internet quasi noch keine Rolle gespielt habe.

Fleischer betonte, der Mangel an Datenschutzstandards schade den Verbrauchern. „Er führt zum effektiven Verlust des Schutzes der Privatsphäre.“ Fehlende oder unklar formulierte Datenschutzbestimmungen hemmten aber auch die Wirtschaft. „Woher weiß ein Unternehmen, insbesondere wenn es weltweit tätig ist, welche Datenschutzstandards auf den vielen verschiedenen Märkten nun gelten?“ Deshalb fordere Google jetzt einen „neuen, besser koordinierten Ansatz beim Datenschutz durch die internationale Gemeinschaft“.

Die jüngsten Initiativen der Vereinten Nationen und des Asian- Pacific-Economic Cooperation Forums böten derzeit die besten Ansatzpunkte, um beim globalen Datenschutz voran zu kommen. Google war von Kritikern in der Vergangenheit häufig vorgeworfen worden, zu wenig Wert auf den Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer zu legen. Zu großer Bekanntheil gelangte beispielsweise der Google-kritische Film » Master Plan, der online abrufbar ist. Im vergangenen Juli hatte der weltweit führende Internetsuchanbieter auf die Kritik reagiert und die Speicherfristen seiner im Netz gesammelten Daten von 31 Jahren auf 18 Monate verringert.

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