Unterhaltung eröffnet neue Absatz-Potenziale
Stets lockt das digitale Zuhause

Vorbei sind die Zeiten, in denen auf der Cebit maßgeblich nur mit nüchternen technischen Features geprotzt wurde. So mancher Messe-Besucher stolpert in diesem Jahr nur von einer gemütlichen Sitzgruppe mit riesigem Flachbild-Fernseher und Multimedia-PC in die nächste.

HB HANNOVER. Das digitale Zuhause, eines der großen Themen auf der diesjährigen Computerschau in Hannover, ist noch bis zum 16. März allgegenwärtig - und kristallisiert sich inzwischen als wichtige Antriebskraft der IT- Branche heraus.

Während die PC-Industrie in ihren Kerngeschäftsfeldern in den vergangenen Jahren nur vergleichsweise bescheidene Wachstumsraten verzeichnen konnte, hat der Markt für die digitale Unterhaltung ganz neue Absatz-Potenziale eröffnet. So verweist zum Beispiel Microsoft darauf, dass nach einer Studie von Jupiter Research rund 50 Prozent aller Computer-Nutzer gerne einen PC als interaktive Unterhaltungszentrale im Wohnzimmer nutzen würden. Auch neue Lösungen wie der problemlose Zugriff auf das Internet im Auto oder über verschiedene Geräte unterwegs sollen neue Begehrlichkeiten wecken.

Nötig für die Akzeptanz bei den Verbrauchern ist jedoch vor allem eine verstärkte Service-Orientierung bei der Gestaltung neuer Lösungen. Multimedia-Zentralen für die heimische Unterhaltung müssen nicht nur erschwinglich sein, sondern auch einfach und ohne große Fachkenntnisse bedient werden können. Um die Entwicklung selbsterklärender und in jeder Situation einfach zu handhabender Geräte für die Unterhaltungsindustrie voranzubringen, hatte Intel bereits vergangene Woche eine Reihe seiner so genannten Concept-PCs vorgestellt. Eines der Geräte, eine kleine "Brotdose" mit wenigen Bedienknöpfen als Multimedia-PC fürs Wohnzimmer, brachte Intel - Manager Anand Chandrasekher auch am Donnerstag auf die Cebit mit.

Microsoft will mit seiner Media Center Edition 2005 ebenfalls die Anforderungen der Verbraucher erfüllen. Nach Angaben des Software- Giganten wurden in den ersten drei Monaten des Jahres weltweit 400 000 Computer mit dem neuen Betriebssystem verkauft. Vom Massenmarkt ist die Branche damit jedoch noch immer weit entfernt. Auch Europas führender Computerhersteller Fujitsu Siemens bestätigt, dass das Angebot für Multimedia-Unterhaltung die Nachfrage der Verbraucher noch deutlich übertrifft. "Da ist der Markt noch nicht so entwickelt wie unser Produktangebot", sagte Konzernchef Bernd Bischoff. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft verkaufte Fujitsu Siemens rund 10 000 Exemplare des gemeinsam mit T-Online vertriebenen Wohnzimmer-PCs "Activity Media Center".

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