Unterhaltungselektronik
Preiskampf macht digitales Leben günstiger

Unterhaltungselektronik-Hersteller, Computer-Bauer, Telekom-Anbieter und Kabelnetz-Betreiber wetteifern um die Gunst der Verbraucher. Dabei wird der Preisdruck für die Unternehmen mit einem härter. Die Verbraucher dürfen sich hingegen über sinkende Kosten freuen.

HB HANNOVER. Nicht nur die Preise für Handy und Internet sinken, denn auch das Wohnzimmer wird heiß umkämpft. Die Frage ist, wer liefert Unterhaltung von Morgen? Auf dem Spiel steht der Platz in der Welt von Morgen und für manchen kleineren Hersteller angesichts der immer höheren Investitionen möglicherweise auch die Existenz. Auf Messen wie der Cebit in Hannover bauen sich die Fronten auf und werden Marschrouten für die Zukunft sichtbar.

Zuletzt konnte man die Computerbranche in der Offensive sehen. Apple beherrscht mit dem iPod-Player und dem Online-Store iTunes den MP3-Musikmarkt. Microsoft, Intel & Co. haben ihre Multimedia- Technologien nach Jahren nervtötender Abstürze und komplizierter Bedienung Wohnzimmer-tauglich gemacht und wollen die Schaltzentrale der digitalen Unterhaltung liefern. Telekom-Konzerne preschen mit TV- und Video-Angeboten über schnelle DSL-Leitungen voran. Wie werden die klassischen Unterhaltungselektronik-Konzerne dagegen auf Dauer ankämpfen? Ihr Geschäft boomt zwar mit dem Erfolg der Flachbild-Fernseher, aber können sie dem Druck der Computer-Branche mit ihren vernetzen Produkten standhalten?

Panasonic-Europachef Joachim Reinhart zeigt sich gelassen. "Die PC-Hersteller haben es immer noch nicht gelernt, eine wirklich einfache Bedienung anzubieten", sagt er. Und das, gekoppelt mit den Gewohnheiten der Menschen, sei der Schlüssel zum Wohnzimmer. "Man glaubt nicht, wie konservativ selbst junge Familien sind." Fernsehen wolle man immer noch auf dem TV-Gerät im Wohnzimmer und dabei möglichst wenige Knöpfe drücken.

"iPod ist Gefahr"

"Der iPod ist eine Gefahr", gibt Reinhart zu. Die Unterhaltungselektronik-Hersteller hätten den MP3-Markt unterschätzt und Apple das Feld überlassen. An einen Erfolg des US- Computerkonzerns mit einem Komplett-Angebot für das Wohnzimmer glaube er jedoch nicht. Rundum-Angebote aus einer Hand seien vielmehr die Stärke seiner Branche.

Zugleich sind auch die Elektronik-Hersteller auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. Sony nimmt den Anbruch des HD-Zeitalters als Chance, mit eine Art Neustart in den vergangenen Jahren verlorenes Terrain wiedergutzumachen. Samsung setzt auf das Handy als mobile Datenzentrale. Damit sollen alle Daten jederzeit und von überall abgerufen werden können, sagte Mobilfunk-Europachef Paul Ghent auf der Cebit. So gibt es von Samsung Handys mit 10-Megapixel-Kamera, großer Festplatte, Satelliten-Fernsehempfang, Video-Aufnahme und TV-Ausgang. Auch bei Panasonic sagt Reinharts Kollege Kazuhiro Tsuga, in der Zukunft werde es keine klare Grenze mehr zwischen mobilen und fest installierten Netzen geben.

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